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8. Spieltag: Viernheim baut Vorsprung aus

Gute Laune in Viernheim: Ohne Verlustpartie gewann der Tabellenführer gegen Kirchweyhe und zeitgleich gelang es Baden-Baden nicht, gegen Deizisau zu gewinnen. Das 4:4 der OSG bedeutet, dass der SCV nun mit zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze thront. Schlechte Nachricht gab es nicht nur für Baden-Baden auch die Klubs auf den Abstiegsplätzen konnten keinen Sieg landen und müssen nun noch mehr um den Klassenerhalt bangen. Der Abstand zum 13. beträgt bereits vier Punkte. | Fotos: Sandra Schmidt, Reinhard Ahrens, Angelika Valkova, Anna-Blume Giede

Die Topbretter im Match zwischen Kirchweyhe (l.) und Viernheim. Shakhriyar Mamedyarov (hinten r.) landete den Siegtreffer für den Tabellenführer, der sich auch noch über einen Ausrutscher des Verfolgers freuen konnte.

Tabellenspitze:

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Der SC Viernheim lässt nichts anbrennen und kann sich wieder über ein Unentschieden der Konkurrenz freuen. In derselben, durch das Internationale Prager Open geschwächten Aufstellung wie gestern gewannen die verlustpunktfreien Tabellenführer auch am 8. Spieltag. Die Viernheimer bezwangen heute das Team vom SK Kirchweyhe. Die Niedersachsen mussten sich den Hessen mit 3,5:4,5 geschlagen geben. Sieben Partien endeten Remis. So auch dieses Duell:

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Eine frühe Momentaufnahme aus der Partie Anton Korobov gegen Borki Predojevic. Weiß spielte hier unvorsichtig 17.Ta1?! und Schwarz glaubte offenbar, dass nach der Überdeckung des Bauern auf a4 nun der Bauer auf b7 hängt. Daher zog er 17...Teb8?. Stattdessen hätte Weiß 17.h3 ziehen sollen, um nach 17...Dg4! zu vermeiden. Denn nach diesem Zug ist e4 nicht mehr zu decken und Dxb7 führt nicht zum Ausgleich, da c7 nicht hängt (...Tec8! und der Springer auf c4 fällt). Die Partie endete schließlich in einem Remisendspiel.
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Auf Shakhriyar Mamedyarov können sich die Viernheimer seit vielen Jahren verlassen – auch heute wieder! | Foto: Angelika Valkova

Zum Matchwinner für den Topaspiranten auf den diesjährigen Meistertitel wurde Shakhriyar Mamedyarov, der gegen Alexandr Predke gewann. Nach ausgeglichener Eröffnung verlor der Serbe mehr und mehr die Kontrolle über die Stellung und Mamedyarov konnte den Mannschaftserfolg der Viernheimer klar machen.

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Vielleicht war es die falsche Taktik mit Weiß in eine theoretische Remisvariante zu gehen: Denn ein extrem schnelles Remis gab es an Brett 1 zwischen Baden-Baden und Deizisau. Nach absolut ausgeglichenem Verlauf verband der Schwarzspieler Maxime Vachier-Lagrave seinen 25. Zug mit einem Remisangebot, das Matthias Blübaum annahm. Beide Spieler hatten noch fast die Anfangszeit auf der Uhr, da sie bis zum Remisschluss Vorläuferpartien folgten (Ma Qun - Wei Yi und Dmitry Andreikin - Nikita Vitiugov). Dies war die Schlussstellung:

 

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Der schwarze König schlug zuletzt einen Bauern auf e5. Blübaum willigte ins Remis ein. Schwächere Engines geben Weiß spontan überraschenderweise erstmals in der Partie einen deutlichen Vorteil. Nach kurzem Rechnen nähern sie sich der Nulllinie aber schnell wieder an, da alles auf ein Turmendspiel mit Bauern auf dem Königsflügel hinausläuft. Eine mögliche Variante: 26.Txe7+ Kf6 27.Te3 g5! 28.Kf1 Kg6 29.Ke2 f5 30.Tc3 g4 (oder f4=) 31.g3 und z.B. ...f4=. Eine Stellung, die man mit Weiß noch testen kann. Auf Topniveau ist das aber nicht nötig und Blübaum hatte keinen Zweifel an MVLs Technik.

Damit hat Blübaum an diesem Wochenende zwei unspektakuläre Remis erzielt und nun als immer anwesender Stammspieler 5 Punkte aus 10 Partien erzielt. Ob er aber am nächsten Doppelspieltag dabei sein wird, dürfte zumindest fraglich sein, da wenige Tage danach das Kandidatenturnier startet.

In der Folge konnte Blübaum zusehen, wie sich ein äußerst spannender Mannschaftskampf entwickelte. Dmitrij Kollars erzielte an Brett 2 einen Schwarzsieg gegen den favorisierten Richard Rapport und Rustam Kasimdzahnov glich an Brett 4 mit Weiß gegen Rustem Dautov aus. Beim Stand von 3,5:3,5 lief lediglich noch die Partie von Etienne Bacrot gegen Ruben Gideon Köllner. Der junge deutsche IM stand lange zwar schwierig aber durchaus verteidigungsfähig. Doch im 45. Zug unterlief ihm ein Fehler, der die Entscheidung zuungunsten seines Teams hätte bedeuten können:

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Die Engine gibt Weiß trotz des Mehrbauern nur leichten Vorteil. Doch nach 45...f4? folgte 46.Kc3! und Weiß stand klar auf Gewinn. Bacrot konnte den Vorteil im Endspiel aber nicht verwerten. Die Partie endete Remis und es fehlte ein halber Punkt zum Baden-Badener Mannschaftssieg.

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Bei den beiden Teams in Grün gab es einen überraschend deutlichen Sieger. | Foto: Angelika Valkova

Natürlich gingen die Nordhessen gegen Werder favorisiert an die Bretter. Mit einem 6,5:1,5-Kantersieg war aber wohl kaum zu rechnen. Den hohen Erfolg besiegelte Yuri Kuzubov, der als letzter gegen Nikolas Wachinger gewann und damit der fünfte Gewinner im Team war. Durch den Sieg verkürzt der Tabellendritte den Abstand auf die OSG Baden-Baden, nach deren Ausrutscher, auf nur noch zwei Punkte. Da Wolfhagen in der 13. Runde gegen Viernheim und in der 15. Runde gegen Baden-Baden spielt, während Viernheim und Baden-Baden in Runde 14 aufeinander treffen, ist es durchaus noch spannend auf den ersten drei Plätzen.

Abstiegskampf:

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Getragen von den beiden Siegen Arjun Erigaisis gewann der SV Deggendorf beide Runden an diesem Wochenende. Wichtig vor allem, da es in beiden Kämpfen gegen Abstiegskonkurrenten ging. Gestern wurde SF Berlin mit 4,5:3,5 geschlagen, heute USV TU Dresden mit 5,5:2,5. Statt knapp vor der Abstiegszone stehen die Bayern nun plötzlich in der oberen Tabellenhälfte und dürften mit dem Abstieg wohl nichts mehr zu tun haben – zumal sich die Abstiegskonkandidaten auch noch gegenseitig die Punkte abnehmen werden. Interessant aus eröffnungstheoretischer Sicht war die Partie zwischen Venkataraman Karthik und Jergus Pechac an Brett 3. Durch den schnellen Sieg des für Deggendorf spielenden Inders, kamen die späteren Sieger früh in Vorteil:

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Erstaunlich: Der deutlich häufigste Zug an dieser Stelle ist 9...0-0 – auch auf hohem Niveau! Den spielte Schwarz auch. Doch nach 10.g4 steht Weiß schon auf Gewinn. Karthik Venkataraman ließ sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen und nach 28 Zügen hatte Weiß in dieser Stellung den Punkt im Sack:

 

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Bleiben wir in den unteren Tabellenregionen: Der SC Heimbach-Weis-Neuwied ging nach dem beachtlichen 4:4 gestern gegen Deizisau mit vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone in die Partie gegen den Drittletzten aus München. Mit dem erneuten Unentschieden dürfte „HWN“ deutlich zufriedener sein als die Münchener, die nach wie vor den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze suchen. Nur zwei Remis zeigen, wie hart umkämpft dieses wegweisende Duell war. 

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Beim zweiten Handschlag gratulierte Livaic (r.), der gestern gegen Blübaum remisierte, Eljanov (l.) zum Sieg – ein wichtiger Punkt für den MSA Zugzwang. Das 4:4 dürfte aber Heimbach-Weis-Neuwied deutlich zufriedener stimmen. | Foto: Sandra Schmidt

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Schützenhilfe erhielt der MSA Zugzwang vom Stadtrivalen FC Bayern. Der zweite Münchener Bundesligaverein schlug den Abstiegskonkurrenten vom MSA mit 5:3. Nijat Abasov und Vladimir Fedoseev entschieden die Partie zugunsten der Süddeutschen. Der FCB hat als Vierter nach wie vor drei Punkte Rückstand auf die ebenfalls erfolgreichen Wolfhagener und durch die Niederlagen der Teams hinter ihnen haben die Bayern nun drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften FC St. Pauli. SF Berlin bleibt Vorletzter. Einziger Hoffnungsschimmer für die Hauptstädter dürfte sein, dass man noch einige Partien gegen die direkte Konkurrenz zu spielen hat. Doch die Lücke zu den rettenden Plätzen erscheint schon sehr groß.

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Casper Schoppen (l.) machte den Sieg für die Düsseldorfer perfekt: Er gewann gegen Robert Kempinski. | Foto: Reinhard Ahrens 

Freude beim Meister der Vorsaison: Zwar konnten die Düsseldorfer ihren Tabellenplatz am 8. Spieltag nicht verbessern, doch durch den 4,5:3,5-Sieg konnte der DSK den Abstand zum 14. MSA Zugzwang auf komfortabel erscheinende vier Punkte ausbauen. Das sollte auch bei leicht schwieriger erscheinendem Restprogramm ausreichen. Zudem ist Düsseldorf mit den drei direkt davor liegenden Teams punktgleich. Neben Heimbach-Weis-Neuwied und Deizisau ist das auch der heutige Gegner HSK, der nur einen halben Brettpunkt mehr auf dem Konto hat als die Rheinländer. Den entscheidenden letzten Punkt landete Caspar Schoppen gegen Robert Kempinski:

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Nach dem 35. Zug sah Schoppen bereits wie der Sieger aus. Doch er setzte in Zeitnot logisch aussehend, aber nicht besonders stark, statt mit 36.Se5 fort mit 36.Th1+?! Kg7 37.Se5 Dc8 38.Da4?? Sg5 39.Th4?! und plötzlich steht bei der Enginebewertung wieder 0.0 zu Buche. Kempinski musste die Partie ein zweites Mal gewinnen, was ihm gelang. Ab dem 60. Zug baute er seinen Vorteil beständig aus und gewann schließlich den wichtigen Punkt für den Titelverteidiger.

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Das Duell Fünfter gegen Achter nahm einen erstaunlich deutlichen Verlauf. Am Ende hieß es 6:2 für St. Pauli gegen die SG Solingen. Damit überflügelte das Team aus Hamburg den ehemaligen, mehrfachen Meister in der Tabelle. Aljoscha Feuerstack sammelte den ersten Punkt für St. Pauli ein, Elham Amar, der gestrige Matchwinner gegen Düsseldorf, Bartosz Socko und Igor Janik holten drei Schwarzsiege.

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Sorgte für den beruhigenden ersten Punkt für sein Team. Aljoscha Feuerstack gewann für St. Pauli gegen Jörg Wegerle. | Foto: Anna-Blume Giede

Tabelle nach zehn Spieltagen:

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Nation
UZB
Titel
GM
Elo
2668
DWZ
2658
Punkte
4.5
Partien
8
Nation
GER
Titel
GM
Elo
2609
DWZ
2590
Punkte
6
Partien
10
Nation
GER
Titel
GM
Elo
2532
DWZ
2505
Punkte
3.5
Partien
8
Nation
AZE
Titel
GM
Elo
2583
DWZ
2608
Punkte
3
Partien
4
Nation
SLO
Titel
GM
Elo
2708
DWZ
2727
Punkte
2
Partien
4
Nation
UKR
Titel
GM
Elo
2631
DWZ
2646
Punkte
6
Partien
8
Nation
GER
Titel
GM
Elo
2624
DWZ
2596
Punkte
4.5
Partien
10
Nation
AZE
Titel
GM
Elo
2713
DWZ
2749
Punkte
3.5
Partien
6
Nation
NED
Titel
GM
Elo
2479
DWZ
2502
Punkte
2
Partien
4
Nation
NED
Titel
GM
Elo
2478
DWZ
2479
Punkte
2
Partien
6
Nation
UKR
Titel
GM
Elo
2659
DWZ
2661
Punkte
6
Partien
8
Nation
GER
Titel
GM
Elo
2432
DWZ
2394
Punkte
5.5
Partien
8
Nation
CZE
Titel
GM
Elo
2496
DWZ
2554
Punkte
3
Partien
6
Nation
SRB
Titel
GM
Elo
2426
DWZ
2483
Punkte
5
Partien
10
Nation
SRB
Titel
GM
Elo
2465
DWZ
2528
Punkte
6.5
Partien
10
Nation
ISL
Titel
GM
Elo
2416
DWZ
2430
Punkte
2
Partien
5
Nation
IND
Titel
GM
Elo
2745
DWZ
2718
Punkte
3.5
Partien
4
Nation
POL
Titel
GM
Elo
2581
DWZ
2596
Punkte
5
Partien
8
Nation
POL
Titel
GM
Elo
2503
DWZ
2565
Punkte
4
Partien
8
Nation
GER
Titel
IM
Elo
2455
DWZ
2440
Punkte
2.5
Partien
4
Nation
POL
Titel
GM
Elo
2486
DWZ
2527
Punkte
5
Partien
8
Nation
NED
Titel
GM
Elo
2576
DWZ
Punkte
5.5
Partien
8
Nation
ESP
Titel
GM
Elo
2637
DWZ
2590
Punkte
5.5
Partien
8
Nation
UKR
Titel
GM
Elo
2606
DWZ
2625
Punkte
6
Partien
8
Nation
ISR
Titel
IM
Elo
2497
DWZ
2528
Punkte
1.5
Partien
2
Nation
AUT
Titel
IM
Elo
2507
DWZ
2495
Punkte
4.5
Partien
8
Nation
NOR
Titel
GM
Elo
2581
DWZ
Punkte
3.5
Partien
6
Nation
UKR
Titel
IM
Elo
2510
DWZ
2473
Punkte
4.5
Partien
8
Nation
IND
Titel
GM
Elo
2591
DWZ
2552
Punkte
3
Partien
4

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