8. Spieltag: Viernheim baut Vorsprung aus
Gute Laune in Viernheim: Ohne Verlustpartie gewann der Tabellenführer gegen Kirchweyhe und zeitgleich gelang es Baden-Baden nicht, gegen Deizisau zu gewinnen. Das 4:4 der OSG bedeutet, dass der SCV nun mit zwei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze thront. Schlechte Nachricht gab es nicht nur für Baden-Baden auch die Klubs auf den Abstiegsplätzen konnten keinen Sieg landen und müssen nun noch mehr um den Klassenerhalt bangen. Der Abstand zum 13. beträgt bereits vier Punkte. | Fotos: Sandra Schmidt, Reinhard Ahrens, Angelika Valkova, Anna-Blume Giede
Die Topbretter im Match zwischen Kirchweyhe (l.) und Viernheim. Shakhriyar Mamedyarov (hinten r.) landete den Siegtreffer für den Tabellenführer, der sich auch noch über einen Ausrutscher des Verfolgers freuen konnte.
Tabellenspitze:
Der SC Viernheim lässt nichts anbrennen und kann sich wieder über ein Unentschieden der Konkurrenz freuen. In derselben, durch das Internationale Prager Open geschwächten Aufstellung wie gestern gewannen die verlustpunktfreien Tabellenführer auch am 8. Spieltag. Die Viernheimer bezwangen heute das Team vom SK Kirchweyhe. Die Niedersachsen mussten sich den Hessen mit 3,5:4,5 geschlagen geben. Sieben Partien endeten Remis. So auch dieses Duell:
Zum Matchwinner für den Topaspiranten auf den diesjährigen Meistertitel wurde Shakhriyar Mamedyarov, der gegen Alexandr Predke gewann. Nach ausgeglichener Eröffnung verlor der Serbe mehr und mehr die Kontrolle über die Stellung und Mamedyarov konnte den Mannschaftserfolg der Viernheimer klar machen.
Vielleicht war es die falsche Taktik mit Weiß in eine theoretische Remisvariante zu gehen: Denn ein extrem schnelles Remis gab es an Brett 1 zwischen Baden-Baden und Deizisau. Nach absolut ausgeglichenem Verlauf verband der Schwarzspieler Maxime Vachier-Lagrave seinen 25. Zug mit einem Remisangebot, das Matthias Blübaum annahm. Beide Spieler hatten noch fast die Anfangszeit auf der Uhr, da sie bis zum Remisschluss Vorläuferpartien folgten (Ma Qun - Wei Yi und Dmitry Andreikin - Nikita Vitiugov). Dies war die Schlussstellung:
Damit hat Blübaum an diesem Wochenende zwei unspektakuläre Remis erzielt und nun als immer anwesender Stammspieler 5 Punkte aus 10 Partien erzielt. Ob er aber am nächsten Doppelspieltag dabei sein wird, dürfte zumindest fraglich sein, da wenige Tage danach das Kandidatenturnier startet.
In der Folge konnte Blübaum zusehen, wie sich ein äußerst spannender Mannschaftskampf entwickelte. Dmitrij Kollars erzielte an Brett 2 einen Schwarzsieg gegen den favorisierten Richard Rapport und Rustam Kasimdzahnov glich an Brett 4 mit Weiß gegen Rustem Dautov aus. Beim Stand von 3,5:3,5 lief lediglich noch die Partie von Etienne Bacrot gegen Ruben Gideon Köllner. Der junge deutsche IM stand lange zwar schwierig aber durchaus verteidigungsfähig. Doch im 45. Zug unterlief ihm ein Fehler, der die Entscheidung zuungunsten seines Teams hätte bedeuten können:
Natürlich gingen die Nordhessen gegen Werder favorisiert an die Bretter. Mit einem 6,5:1,5-Kantersieg war aber wohl kaum zu rechnen. Den hohen Erfolg besiegelte Yuri Kuzubov, der als letzter gegen Nikolas Wachinger gewann und damit der fünfte Gewinner im Team war. Durch den Sieg verkürzt der Tabellendritte den Abstand auf die OSG Baden-Baden, nach deren Ausrutscher, auf nur noch zwei Punkte. Da Wolfhagen in der 13. Runde gegen Viernheim und in der 15. Runde gegen Baden-Baden spielt, während Viernheim und Baden-Baden in Runde 14 aufeinander treffen, ist es durchaus noch spannend auf den ersten drei Plätzen.
Abstiegskampf:
Getragen von den beiden Siegen Arjun Erigaisis gewann der SV Deggendorf beide Runden an diesem Wochenende. Wichtig vor allem, da es in beiden Kämpfen gegen Abstiegskonkurrenten ging. Gestern wurde SF Berlin mit 4,5:3,5 geschlagen, heute USV TU Dresden mit 5,5:2,5. Statt knapp vor der Abstiegszone stehen die Bayern nun plötzlich in der oberen Tabellenhälfte und dürften mit dem Abstieg wohl nichts mehr zu tun haben – zumal sich die Abstiegskonkandidaten auch noch gegenseitig die Punkte abnehmen werden. Interessant aus eröffnungstheoretischer Sicht war die Partie zwischen Venkataraman Karthik und Jergus Pechac an Brett 3. Durch den schnellen Sieg des für Deggendorf spielenden Inders, kamen die späteren Sieger früh in Vorteil:
Bleiben wir in den unteren Tabellenregionen: Der SC Heimbach-Weis-Neuwied ging nach dem beachtlichen 4:4 gestern gegen Deizisau mit vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone in die Partie gegen den Drittletzten aus München. Mit dem erneuten Unentschieden dürfte „HWN“ deutlich zufriedener sein als die Münchener, die nach wie vor den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze suchen. Nur zwei Remis zeigen, wie hart umkämpft dieses wegweisende Duell war.
Schützenhilfe erhielt der MSA Zugzwang vom Stadtrivalen FC Bayern. Der zweite Münchener Bundesligaverein schlug den Abstiegskonkurrenten vom MSA mit 5:3. Nijat Abasov und Vladimir Fedoseev entschieden die Partie zugunsten der Süddeutschen. Der FCB hat als Vierter nach wie vor drei Punkte Rückstand auf die ebenfalls erfolgreichen Wolfhagener und durch die Niederlagen der Teams hinter ihnen haben die Bayern nun drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften FC St. Pauli. SF Berlin bleibt Vorletzter. Einziger Hoffnungsschimmer für die Hauptstädter dürfte sein, dass man noch einige Partien gegen die direkte Konkurrenz zu spielen hat. Doch die Lücke zu den rettenden Plätzen erscheint schon sehr groß.
Freude beim Meister der Vorsaison: Zwar konnten die Düsseldorfer ihren Tabellenplatz am 8. Spieltag nicht verbessern, doch durch den 4,5:3,5-Sieg konnte der DSK den Abstand zum 14. MSA Zugzwang auf komfortabel erscheinende vier Punkte ausbauen. Das sollte auch bei leicht schwieriger erscheinendem Restprogramm ausreichen. Zudem ist Düsseldorf mit den drei direkt davor liegenden Teams punktgleich. Neben Heimbach-Weis-Neuwied und Deizisau ist das auch der heutige Gegner HSK, der nur einen halben Brettpunkt mehr auf dem Konto hat als die Rheinländer. Den entscheidenden letzten Punkt landete Caspar Schoppen gegen Robert Kempinski:
Das Duell Fünfter gegen Achter nahm einen erstaunlich deutlichen Verlauf. Am Ende hieß es 6:2 für St. Pauli gegen die SG Solingen. Damit überflügelte das Team aus Hamburg den ehemaligen, mehrfachen Meister in der Tabelle. Aljoscha Feuerstack sammelte den ersten Punkt für St. Pauli ein, Elham Amar, der gestrige Matchwinner gegen Düsseldorf, Bartosz Socko und Igor Janik holten drei Schwarzsiege.



