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MSA und SF Berlin können Klassenerhalt feiern

Was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hatte, ist nun offiziell bestätigt: Zur Saison 2026/27 wird sich das Gesicht der Liga deutlich verändern – und zwar nicht durch sportliche Ergebnisse, sondern durch strukturelle Entscheidungen abseits des Bretts.

Matthias Blübaum machte seine (zumindest vorerst) letzten Züge für die Sfr. Deizisau in der ersten Schachbundesliga – sein Verein wird in der nächsten Saison nicht mehr in der höchsten Liga antreten. Seit dem Aufstieg 2017 waren die Süddeutschen stets unter den ersten Fünf der Abschlusstabelle zu finden. | Foto: Stefan Liebig

Zwei der leistungsstärksten Mannschaften der abgelaufenen Spielzeit, die Schachfreunde Wolfhagen und die Schachfreunde Deizisau, ziehen sich aus der höchsten deutschen Spielklasse zurück. Bemerkenswert ist dabei: Beide Teams gehörten zuletzt zur erweiterten Spitze der Liga und belegten Plätze im oberen Tabellenbereich.

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Eine erfolgreiche Premierensaison: Aufsteiger Wolfhagen wurde Dritter – und steigt trotzdem ab. | Foto: Reinhard Ahrens

Rückzug trotz sportlicher Stärke

Der Abschied dieser Vereine wirkt auf den ersten Blick paradox. Wolfhagen hatte als Aufsteiger eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison gespielt und sich unmittelbar in der Spitzengruppe etabliert. Auch Deizisau blickt auf eine lange Phase der Zugehörigkeit zur nationalen Elite zurück und hatte sich erneut im vorderen Mittelfeld behauptet. Dass sich dennoch beide Klubs zurückziehen, verweist auf ein strukturelles Problem: In der Schachbundesliga entscheidet nicht allein die sportliche Leistung über die Zukunft eines Teams. Vielmehr spielen finanzielle Rahmenbedingungen, organisatorischer Aufwand und die langfristige Tragfähigkeit von Engagements eine zentrale Rolle.

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Vincent Keymer wird – wenn er denn selbst spielt – auch in der nächsten Saison bei den Berliner Schachfreunden zuschauen können. Die Hauptstädter bleiben trotz des sportlichen Abstiegs erstklassig. | Foto: Stefan Liebig

Die glücklichen Profiteure

Die unmittelbaren Folgen dieser Rückzüge sind deutlich sichtbar. Mannschaften, die sportlich eigentlich abgestiegen wären, profitieren von der neuen Situation. So verbleiben die Schachfreunde Berlin sowie der MSA Zugzwang in der Liga, obwohl ihre Platzierungen den Abstieg bedeutet hätten. Gleichzeitig rücken neue Teams nach. Aus der geteilten Zweiten Bundesliga steigen der SC Remagen Sinzig, der SV Erkenschwick 1923 und die SF Bad Mergentheim auf.

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Auch der MSA Zugzwang kann sich auf eine weitere Saison im deutschen Schachoberhaus freuen. | Foto: Hans-Joachim Vitz

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Abschlusstabelle der Saison 2025/26:

Tabelle

 

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