„Es war eine fantastische Saison“
Die Saison 2025/26 ist Geschichte. Im Willy-Brandt-Haus in Berlin konnte das Team des neuen Deutschen Meisters SC Viernheim den Pokal entgegennehmen. Die Schachfreunde Berlin und der Berliner Schachverband hatten die zentrale Endrunde bestens organisiert.
Schach aus der Vogelperspektive. | Foto: Hans-Joachim Vitz
Stefan Martin, Teamchef des SC Viernheim, freute sich: „Es war eine fantastische Saison. Wir hatten einen sehr engen Kampf gegen Wolfhagen, den wir auch hätten verlieren können. Aber die anderen Spiele waren souverän. Mit 30:0 Punkten haben wir unseren eigenen Rekord eingestellt. Aber der Abstand war noch nie so groß. Das ist bedauerlich. Ich wünsche der Bundesliga deutlich mehr Spannung.“
Klassenerhalt war das Ziel
Zufrieden war auch der Jan Werner, der Teamchef des bis dahin amtierenden Deutschen Meisters Düsseldorfer SK. Er hatte zu Saisonbeginn den Klassenerhalt als Ziel erklärt. „Es war nicht einfach für diese Saison eine Mannschaft aufzustellen, nachdem unser Hauptsponsor weggebrochen ist. Im Laufe der Saison hat sich jedoch ein Team gefunden. Die Spieler kämpfen bis zum Schluss. Die Partien werden ausgefochten. Dass wir schon in Baden-Baden den Klassenerhalt schaffen würden, war für uns unvorstellbar“, erklärte Werner.
Der Klassenerhalt war auch das ausgegebene Ziel des SC Heimbach-Weis-Neuwied. In der 13. Runde hatte das Team überraschend ein 4:4 gegen Baden-Baden erreicht. Der Vorsitzende Christian Fink war dementsprechend zufrieden: „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Hervorzuheben ist das Unentschieden von Leon Livaic gegen Anand. Die ersten 22 Züge sind so gekommen wie Leon es analysiert hat.“ Fink kann weiter für die 1. Liga planen. Dabei soll der Kader erhalten und mit jungen Talenten aufgefüllt werden.
Der Traum von Olympia
Eine tolle Leistung zeigte Luis Engel vom Hamburger SK. 9 Punkte aus 13 Partien sind seine stolze Bilanz. „Die Saison lief für mich extrem gut. Ich bin ungeschlagen. Ein- oder zweimal hatte ich das Glück des Tüchtigen. Ich bin sehr zufrieden.“ Sein Ziel ist es, über 2600 Elo-Punkte zu erreichen. Er hat nun 2595 Elo-Punkte. Darüber hinaus hat er einen großen Wunsch. „Mein Traum ist es, bei Olympia für Deutschland spielen zu können“, sagte der Jurist.
Sein Mannschaftskollege Niclas Huschenbeth steuerte am Wochenende zwei Punkte für die Hamburger bei. „Die Saison war für mich ziemlich normal. Gegen Rapport habe ich verloren, jetzt gegen Feuerstack gewonnen. Der Rest war remis. Ich hätte mir etwas mehr Siege gewünscht, aber wenn man in einem Team spielt, dann sind wenig Niederlagen nicht so schlecht.“
Rustam Kasimdzhanov vom Vize-Meister Baden-Baden erzielte in dieser Saison 7,5 Punkte aus 13 Partien. „Meine Saison war schwierig. Ich hatte eine unnötige Niederlage, aber ich bin insgesamt nicht unzufrieden“, sagte er. Der FIDE-Weltmeister von 2004 spielt außer in der Bundesliga keine Turnierpartien. Er arbeitet als Trainer.
Vom Kandidatenturnier zurück in die Bundesliga: Matthias Blübaum spielte für die Schachfreunde Deizisau am Spitzenbrett. Seine Bilanz: drei Remis. Damit war er nicht zufrieden, wie er im Bluhmecke Schach-Podcast erzählte.
Nach der Saison ist vor der Saison. Im Oktober werden die Bretter in der Schachbundesliga wieder freigegeben.



