Neuzugänge des FC St. Pauli zahlen sich aus (3. Spieltag)
Collin Colbow von Werder Bremen ging gegen Bassem Amin von Viernheim auf Nummer sicher und gab sich trotz Vorteil mit einem Remis zufrieden. Gabor Papp gewann das Teammatch für den Hamburger SK gegen Gastgeber MSA Zugzwang und die OSG Baden-Baden besiegte den SV Deggendorf weniger eindeutig als von Blübaum erwartet. Beim FC St. Pauli punkteten die beiden Star-Neuzugänge Richard Rapport und Venkatesh Pranav und retteten so das Remis. Am dritten Spieltag arbeitete der SC Viernheim weiter an der Titelverteidigung und die Aufsteiger vom SV Erkenschwick müssen für den Klassenerhalt noch punkten.
St. Pauli-Neuzugänge Richard Rapport und Venkatesh Pranav punkten | Foto: FC St. Pauli
SC Viernheim lässt sich von Bremern nicht aufhalten
Drei der Viernheimer Stars punkteten gegen den SV Werder Bremen: Aravindh, Aydin Suleymanli und Anton Guijarro gewannen jeweils ihre Partien, während alle weiteren Kämpfe in Remis endeten. Bassem Amin hatte an Brett 6 Glück gegen Collin Colbow, aber auch wenn Colbow gewonnen hätte, hätte dies nichts am Endergebnis geändert. Viernheim gewann mit 5:5:2,5 Punkten eindeutig gegen Werder Bremen.
Aravindh gewann gegen Velimir Ivic, Suleymanli gewann gegen Luke McShane und Anton Guijarro besiegte Ihor Samunenkov, der am Vortag noch für die Bremer gewann. Auch von den Bremer Spielern ließ sich Titelverteidiger Viernheim an diesem Wochenende nicht aufhalten und steht nach dem ersten Bundesliga-Wochenende bei 6 Mannschaftspunkten und 17,5 Brettpunkten. Außerdem hat die Mannschaft bisher keine einzige Einzelpartie verloren.

Collin Colbow nimmt ohne Druck Remis gegen Bassem Amin an
In die Partie zwischen Bassem Amin (SC Viernheim) und Collin Colbow (Werder Bremen) ging Amin mit 180 Elopunkten mehr als Favorit in die Partie. Am Ende hatte Collin Colbow aber die aktiveren Figuren und hatte klaren Vorteil. Anstatt zu versuchen, den Vorteil auszunutzen nahm er jedoch ein Remisangebot von Amin an.
SV Erkenschwick tut sich schwer
Das Duell zwischen dem SV Erkenschwick 1929 und dem SC Heimbach-Weis-Neuwied wurde von den Gastgebern, dem SC Heimbach-Weis-Neuwied 5,5:2,5 gewonnen. Jorge Ferreira gewann nach seiner Niederlage am Samstag die Partie gegen Dennis de Vreugt am Sonntag. In der Partie zwischen Mykola Korchynskyi und Martin Krämer an Brett 6 war Krämer nominell mit 139 Elopunkten mehr der Favorit, am Ende gewann jedoch der Erkenschwicker IM Mykola Korchynskyi gegen den Großmeister. Dies war jedoch die einzige gewonnene Partie des Tages für das Erkenschwicker Team. Bei vier Siegen der Gegnern reicht dieser Sieg nicht für Mannschaftspunkte aus.

St. Pauli nimmt FC Bayern Platz in der Tabellenspitze
Nach den ersten beiden Runden gehörte der FC Bayern München zu den drei Mannschaften mit 4 von 4 möglichen Mannschaftspunkten. In der dritten Runde sorgte der FC St. Pauli dafür, dass der FC Bayern von der Gruppe der Tabellenführer in die Verfolgergruppe mit zwei Siegen und einem Remis absteigt. Das Match ging 4:4 zwischen dem FC St. Pauli und dem FC Bayern München aus.
Für den FC St. Pauli zahlten sich die beiden Neuzugänge Richard Rapport und Venkatesh Pranav aus. Beide gewannen ihre Partien gegen Kirill Alekseenko und Pouya Idani. Diese beiden Siege der St. Pauli-Spieler glichen die Niederlagen von Mads Andersen gegen Alvar Alonso Rosell und Teamkapitän Benedict Krause gegen Matic Lavrencic aus. Matic Lavrencic hat ein großartiges Wochenende. Er steht bei 3 aus 3 nach dem ersten Wochenende!
Zwar gibt der FC Bayern durch das Remis den zweiten Platz gegen die OSG Baden-Baden ab, aber mit fünf Mannschaftspunkten befindet sich das Team mit einem Punkt Abstand hinter Baden-Baden auf dem dritten Platz.

Der FC St. Pauli nimmt ab dem 16. Oktober auch am europäischen Club Cup teil. Die erste Runde beginnt am 17. Oktober. Da dort Vereine unterschiedlicher Länder aufeinandertreffen, nimmt ein Teil der Bundesliga-Spieler auch unabhängig von ihren Bundesligateams an dem Turnier teil. So könnte Richard Rapport beispielsweise mit dem türkischen Team Bayegan Pendik Chess Sports Club auf die Mannschaft des FC St. Pauli treffen.
Gabor Papp gewinnt Match gegen MSA Zugzwang
Eigentlich sah es so aus als würden Gabor Papp und Frederik Svane ihre Partien für den Hamburger SK gegen MSA Zugzwang gewinnen. Sechs Partien waren schon in einem Remis geendet, da liefen noch die Partien von Frederik Svane mit Schwarz gegen Pavel Eljanov und von Gabor Papp mit Schwarz gegen Vitaly Kunov. Am Ende reichte es aber nur für einen 4,5:3,5-Sieg für die Hamburger gegen die Münchener Gastgeber. Im Turmendspiel mit zwei Mehrbauern beging Frederik Svane einen Fehler, wodurch Pavel Eljanov den schwarzen König am Brettrand vom Geschehen abschneiden konnte so (auch mit Mattdrohungen) ein Remis halt konnte. Am Ende blieb nur ein Randbauer im Turmendspiel für Frederik Svane übrig und dieser ließ sich nicht zur Dame durchbringen.

Anders ging es in der zweiten Partie aus, die nach einem Hamburger Sieg aussah: Früh in der Partie gewann Gabor Papp eine Leichtfigur in seiner Partie gegen Vitaly Kunin. Papp nutzte aus, dass Kunin seinen angegriffenen Springer nicht sofort wegzog und konnte auf Kunins Konter mit Gegenangriffen sorgen, dass dieser Abhängigkeiten eingehen musste, die sich taktisch ausnutzen ließen.
Kunin spielte noch bis Zug 55 weiter. Als ein Matt in 3 auf dem Brett stand, gab er auf und Papp gewann seine Partie. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Partie am ersten Brett noch gespielt und sah nach einem Sieg für Frederik Svane aus. Trotzdem hielt Kunin so lange wie möglich durch. Am Ende war diese Niederlage jedoch entscheidend für das Match und für die Teamniederlage der Gastgeber.
SV Deggendorf verliert mit geschwächter Aufstellung gegen Baden-Baden
Matthias Blübaum erwähnte im zentralen Bundesliga-Livestream nach seiner Partie, dass er mit einem eindeutigeren Sieg der OSG Baden-Baden gegen den SV Deggendorf gerechnet hätte. Seine Mannschaft gewann 4,5:3,5. Bei der Deggendorfer Aufstellung an diesem Wochenende rechnete Blübaum damit, dass seine Mannschaft an den Brettern 7 und 8 gewinnen sollte. Der Elounterschied zwischen den Spielern liegt bei ungefähr 400 und 500 Elopunkten an diesen Brettern. Aber die Ergebnisse an den vorderen Brettern waren am Ende nicht so eindeutig wie er erwartet hatte. Rustam Kasimdzhanov (OSG Baden-Baden) verlor seine Partie gegen Martin Petrov (SV Deggendorf). Alle weiteren Partien gingen Remis aus, wodurch Baden-Baden gerade so mit einem halben Punkt Abstand zum Teamremis das Match gegen den SC Deggendorf gewann. In den beiden vorherigen Runden erreichte der SV Deggendorf nur 2,5 und 3 Brettpunkte, hatte gegen Baden-Baden bisher also das bisher beste Ergebnis – ein schwacher Trost mit null Mannschaftspunkten im Tabellenkeller. Es bleibt abzuwarten, wie Deggendorf an den kommenden Bundesliga-Wochenenden auftreten wird.

Solingen und Remagen Sinzig stehen bei 50%
Wie die Spitzenpartie Vasyl Ivanchuk (SC Remagen Sinzig) gegen David Navara (SG Solingen) wurde auch der Mannschaftskampf zwischen Solingen und Remagen Sinzig mit einer Punkteteilung beendet. Für Solingen gewann der niederländische Großmeister Loek van Wely gegen Peter Prohaszka und für Remagen Sinzig gewann Shreyas Royal mit Schwarz gegen Ruben Gideon Köllner. Alle weiteren Partien endeten in Remis.

Durch dieses Ergebnis landen beide Mannschaften im Mittelfeld der Tabelle, Platz 9 und Platz 10. Mit jeweils drei Mannschaftspunkten stehen beide Teams bei 50%.
Aufsteiger Bad Mergentheim zeigt sich solide
Gastgeber SK Kirchweyhe beendete das Wochenende mit einem Remis gegen Aufsteiger SF Bad Mergentheim. Beide Mannschaften gewannen jeweils zwei Partien, alle weitere endeten in Punkteteilungen. Damit stehen beide Mannschaften mit vier Mannschaftspunkten in der oberen Tabellenhälfte.

An Brett 5 entschied sich Timothe Razafindratsima mit Schwarz dafür, Holländisch zu spielen – eine seltene Eröffnungswahl in der Bundesliga. In der Eröffnungsphase sagte Josefine Safarli im Livestream zu der Stellung zwischen Erik van den Doel und Timothe Razafindratsima, dass sie die schwarze Stellung angenehm fand, wobei ihr der schwarze f-Bauer auf f7 besser gefallen hätte, gesprochen wie eine Spielerin, die Holländisch nicht spielen möchte.
Im Partieverlauf schaffte es Van den Doel seine Figuren aktiver zu stellen und Druck am Königsflügel aufzubauen, während Razafindratsimas Figuren Bewegungsschwierigkeiten hatten. Im Verlaufe der Partie wandelte Weiß einen Bauern in eine Dame um und selbst als Schwarz später noch einen Spieß fand, um die Dame schlagen zu können, konnte sich Schwarz nicht mehr retten.
Berliner bleiben ungeschlagen
Nach zwei Teamremis am Wochenende gewinnen die Schachfreunde Berlin ihr Sonntagsmatch gegen den Düsseldorfer SK 5:3. an diesem Tag gibt es zwei Einzelsiege für die Berliner und sechs Remis. Insgesamt gibt es sehr wenige Niederlagen von Berliner Spielern an diesem Wochenende. Das Team verlor bisher nur zwei Einzelpartien.
Für den Düsseldorfer SK ging das Wochenende nicht gut aus. Nach drei Spieltagen haben sie weiterhin noch keine Mannschaftspunkte. Damit gehören sie neben der MSA Zugzwang, dem SV Deggendorf und dem SV Erkenschwick zu vier Mannschaften im Tabellenkeller.

Kreuztabelle nach Runde 3
Der SC Viernheim führt die Tabelle mit 6 Mannschaftspunkten und 17,5 Brettpunkten an. Zusammen mit der OSG Baden-Baden stehen die Viernheimer bei 3 Mannschaftssiegen aus drei Runden. Mit fünf Punkten folgt der FC Bayern.

Am Tabellenende befinden sich vier Mannschaften ohne Mannschaftspunkte. Die MSA Zugzwang, der SV Deggendorf, der Düsseldorfer SK und die Aufsteiger vom SV Erkenschwick sind zusammen im Tabellenkeller. Es gibt noch vier Bundesliga-Wochenenden und damit insgesamt noch 12 Spieltage. Außerdem nehmen die SF Berlin und der FC St. Pauli am europäischen Club Cup ab 16.10. teil, wofür noch eine Vorschau auf der Nachrichtenseite der Schachbundesliga folgt.
Alles Wichtige zum ersten Schachbundesliga-Wochenende:
- Spielplan für die Saison 2026/27
- Die Saison 2026/27 startet: Auftakt mit Titelverteidiger SC Viernheim
- Faustino Oro im Werderteam: Bundesligakader für Saison 2026/27 stehen fest
- Nationalspieler Blübaum und Kollars wechseln zur OSG Baden-Baden
- MSA und SF Berlin können Klassenerhalt feiern
- Ein alter Bekannter kehrt zurück
- Bad Mergentheim setzt auf Kontinuität: Klassenerhalt als großes Ziel
- Aufsteiger Erkenschwick: Konzept steht über Ligazugehörigkeit
- Spielbericht: 1, 2



