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5. Spieltag:

Zwei namhafte Premieren gab es am 5. Spieltag der Schachbundesliga: Die Nummer 3 der Weltrangliste, Fabiano Caruana, ging erstmals in dieser Saison für die OSG Baden-Baden ans Brett. Arjun Erigaisi – der ebenfalls einmal die Nummer 3 der Weltrangliste war – spielte seine Premierenpartie für den neuen Verein: Er war vor der Saison vom Meister Düsseldorf nach Deggendorf gewechselt. 

Die Nummer 3 der Welt trat in dieser Saison zum ersten Mal für Baden-Baden an: Fabiano Caruana. | Foto: Sven Noppes

Natürlich hätte sich der FC St. Pauli gewünscht, dass der Heimspieltag mit Topspieler Magnus Carlsen stattfindet. Doch leider muss die Nummer 1 der Weltrangliste an diesem Wochenende in London beim Speedchess Championship antreten. Immerhin aber hatte der Kiez-Klub mit der Bucerius Law School einen außergewöhnlich schönen Spielort ausgewählt, an dem auch tags zuvor bereits ein attraktives Rahmenprogramm stattfand.

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Matthias Blübaum überzeugte kürzlich noch beim Tata Steel in Wijk aan Zee. | Foto: Anna-Blume Giede

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In die 5. Runde startete St. Pauli als Zehnter mit fünf Punkten. Das war ein Zähler weniger als die nicht zufriedenstellend in die Saison gestarteten Schachfreunde aus Deizisau, die vor der Runde auf Rang 9 lagen. Am Brett 1 der Gäste spielte der beim Tata-Chess-Turnier in Wijk aan Zee überzeugend aufgetretene Matthias Blübaum. Der Teilnehmer am in Kürze startenden Kandidatenturnier auf Zypern war allerdings mit 1,5 aus 4 nicht besonders gut in die Bundesligasaison gestartet. Seine Weißpartie gegen Nikolas Theodorou verlief nach einer ausgeglichenen Königsindischen Eröffnung ausgeglichen und endete im 31. Zug remis. 

Blübaums Nationalmannschaftskollege Dimitrij Kollars hingegen musste gegen den Dänen Jonas Bjerre eine Niederlage einstecken:

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Kollars wollte in nur leicht schlechterer Stellung mit ...c5 Gegenspiel erreichen. Nach 17...c5?! 18.dxc5 d4 19.Sa2 Dxc5 20.Txc5 dxe3 21.fxe3+/- hatte er ohne Kompensation einen Bauern weniger. Bjerre spielte die Partie souverän zu Ende und holte den wichtigen Punkt für den FC St. Pauli.

Die beiden Remis der zum Schluss noch spielenden Bretter 6 und 8 – Igor Janik und Frank Sawatzki – machten aus der Führung der Paulianer einen 4,5:3-5-Sieg gegen die favorisierten Deizisauer. Bei insgesamt sieben Remisen avancierte Jonas Bjerre somit zum Matchwinner für das Ausrichterteam. St. Pauli kann eben auch ohne Magnus gewinnen, wie sich immer wieder zeigt ...

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Der schöne Spielsaal in der Bucerius Law School aus reizvoller Perspektive. | Foto: Anna-Blume Giede
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Im zweiten Kampf in Hamburg trafen der HSK und der MSA Zugzwang aufeinander:

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Beide Teams waren nicht gut in die Saison gestartet. Der HSK konnte zuvor nur 3 Punkte, die Münchener gar nur einen sammeln. Das Abstiegskampfduell endete knapp mit einem 4,5:3,5 für den HSK. Zwar verlor Frederik Svane am Spitzenbrett gegen Pavel Eljanov, doch die beiden Weißsiege an Brett 6 und 8 durch Gabor Papp und Thies Heinemann sicherten den knappen HSK-Sieg. Hier die entscheidende Phase am Spitzenbrett:

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Weiß hatte zuletzt seinen Randbauern nach h4 gezogen, nachdem der Schwarze Bauer auf h5 gelandet war. Svane antwortete mit einem Fehler: 28...Tc8? Der Turm hätte nach d8 gehört. 29.Ta1?! auch nicht optimal, aber dank des noch schwächeren 29...Td8? Der Turm hätte wieder nach a8 gehört. Plötzlich hat Weiß statt einer leicht besseren eine Gewinnstellung. Eljanov ließ sich das nicht nehmen und verwertete den Vorteil im 38. Zug. Hier die Schlussstellung:

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Fiona Steil-Antoni und Hans Niemann, der wohl auch schon auf dem Weg nach Weissenhaus ist. | Foto: Anna-Blume Giede

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Zu einer großen Premiere kam es in Kirchweyhe: Arjun Erigaisi, der am nächsten Wochenende bei der Freestyle-WM in Weissenhaus antritt, spielte zum ersten Mal für seinen neuen Verein, den SV Deggendorf. Seine Partie gegen Haik M. Martirosyan war allerdings stets im ausgeglichenen Bereich. In dieser Stellung einigten sich die beiden Spieler auf Remis:

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Stockfish 18 kommt wie die beiden Kontrahenten zum Schluss, dass die Stellung ausgeglichen ist, wenn Schwarz nach dem weißen Bauernrückgewinn auf e5 mit dem König nach f6 geht. 

Der halbe Punkt des indischen Weltklassespielers war letzten Endes zu wenig: Sein Team unterlag dem SV Werder Bremen mit 3,5:4,5. Während Bremen in einer großen Verfolgergruppe auf Rang 7 liegt, steckt Deggendorf mitten im Abstiegskampf und ist als 13. mit nur 3 Punkten punktgleich mit dem 14. SF Berlin.

 

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Im zweiten Match in Kirchweyhe trafen zwei Tabellennachbarn aus dem vorderen Tabellenmittelfeld aufeinander. Der Mannschaftskampf verlief so ausgeglichen, wie es bei der Tabellensituation zu erwarten war: Am Ende stand es 4:4. Die vier entschiedenen Partien zeigen aber, dass es durchaus kämpferisch zuging. 

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Der Heimvorteil reichte den Solingern nicht, um dem Tabellenführer ein Bein zu stellen. Doch das 3,5:4,5 war knapper als es viele erwartet haben. Die beiden unglücklichen Wijk-aan-Zee-Teilnehmer Erwin L´Ami und Aravindh Chithambaram trennten sich Remis. Beide hatten beim niederländischen Traditionsturnier unter ihren Möglichkeiten gespielt, L´Ami stellt dort aber immerhin einen Teilnehmerrekord nach dem anderen auf. Sein Landsmann Loek van Wely sorgte für den einzigen Solinger Sieg des Tages. da aber David Anton Guijarro und Dr. Bassem Amin auf Viernheimer Seite gewinnen konnten, bleiben die Südhessen souveräner Tabellenführer.

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David Anton (l.) sicherte mit seinem Punkt gegen Predrag Nikolic den knappen Sieg gegen Solingen. | Foto: Hans-Joachim Vitz

Allerdings folgen Baden-Baden und Wolfhagen mit nur einem bzw. zwei Punkten Abstand. Denn auch die Nordhessen gewannen:

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Sechster Sieg im siebten Spiel! Die Schachfreunde aus Wolfhagen starten fast so furios in ihre erste Saison wie die Düsseldorfer in der letzten Saison. Das in dieser Saison stark reduzierte Meisterteam aus der nordrhein-westfälischen Hauptstadt konnte der ukrainischen Übermacht nicht viel entgegensetzen. Lediglich Felix Levin konnte einen vollen Punkt für die Düsseldorfer erzielen. Ruslan Ponormariov, Riesentalent Ihor Samunenkov und Volodymir Onyshchuk ließen aber keinen Zweifel am Sieg der Nordhessen aufkommen. Wolfhagen hat nun schon zwei Punkte Vorsprung auf den vierten Platz.

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Wolfhagen in grün gegen den Düsseldorfer SK in blau. | Foto: Hans-Joachim Vitz
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Kurz zuvor hatte Schwarz sogar leichten Vorteil. Doch nach dem gerade erfolgten 21.Tc3 folgte 21...g6??+- 22.Tg3! Kh8 23.Lxg6! und die schwarze Verteidigung brach schnell zusammen, weil alle weißen Schwerfiguren und der schwarzfeldrige Läufer lediglich auf die Gegenwehr des Turms auf f8 treffen – alle anderen schwarzen Figuren stehen auf dem Damenflügel im Abseits.

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Dramatik im Abstiegskampf: Der Vorletzte spielte in Dresden gegen den Viertletzten. Die Schachfreunde Berlin wollten den einen Punkt Rückstand auf den SC Heimbach-Weis-Neuwied aufholen und an den Rheinland-Pfälzern vorbeiziehen. Die erste entschiedene Partie war die zwischen Lukas Winterberg und Magnus Ermitsch. Leon Livaic sorgte für das 2:0. Doch die Berliner konnten sich dank der Siege von Lukas Dotzer und Marius Fromm nochmal herankämpfen und verloren am Ende nur knapp, weil auch Lorenzo Lodici noch einen Punkt für Heimbach-Weis-Neuwied einfuhr.

Der Berliner wollte seinen König in Sicherheit bringen, doch genau das bescherte ihm eine Niederlage:

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Weiß hatte zuletzt rochiert und die Stellung war etwas ausgeglichen. Nach 25…0-0? jedoch stand Weiß auf Gewinn und ließ sich den Punkt auch nicht mehr entreißen. Einige Züge später sah es so aus:
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Und Schwarz konnte mit 31…Kh8 nichts mehr gegen 32.Dh5 Db6+ 33.Kh1 Db5 34.Tg1 ausrichten – die Dame kommt über h5 nach f7/g7 und das Matt ist nicht zu verhindern.

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Fabiano Caruana (l.) steuerte einen halben Punkt zum Mannschaftssieg bei. | Foto: Sven Noppes

Im zweiten Match in Dresden ließ die OSG Baden-Baden keine Zweifel an ihrer Favoritenrolle im Spiel gegen den Gastgeber aufkommen. Zwar gelang es wieder nicht, mehr als einen Spieler der gemeldeten Top 8 ans Brett zu bekommen. Doch immerhin war das Fabiano Caruana, die aktuelle Nummer 3 der Weltrangliste. Der musste sich allerdings gegen Mateusz Bartel mit einem Remis im Endspiel Turm+Springer gegen Turm zufriedengeben. Seine Teamkollegen zeigten aber, warum der frühere Serienmeister und Tabellenzweite als Favorit angereist war. Insgesamt fünf von Ihnen konnten ihre Partien gewinnen. So stand es am Ende 6,5:1,5 und die Badener bleiben vor Wolfhagen und an Tabellenführer Viernheim dran.

Nation
FRA
Titel
GM
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2629
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2599
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5
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8
Nation
HUN
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2494
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1
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2
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GER
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2403
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6
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NED
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GM
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2629
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Nation
ENG
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6
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NED
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GER
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CRO
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Nation
AUT
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DWZ
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4

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