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Noch vier Tage bis zum großen Saisonfinale in Berlin

Nur noch wenige Tage sind es bis zur großen Endrunde der Schachbundesliga in Berlin. Damit geht von Freitag bis Sonntag, 24. bis 26. April, die Saison 2025/26 zu Ende. 16 Teams kämpfen dann um den Meistertitel, die Qualifikation für internationale Wettbewerbe sowie um den Klassenerhalt oder einfach noch um eine möglichst gute Platzierung in der Abschlusstabelle. Auch wenn naturgemäß nicht viel über die Aufstellungen in Erfahrung zu bringen ist, wird im Willy-Brandt-Haus ein hochklassiges Teilnehmerfeld mit zahlreichen Großmeistern und vielen spannenden Partien erwartet. 

So sah es bei der letzten Endrunde im Jahr 2024 im Berliner Willy-Brandt-Haus aus. | Fotos: Schachbundesliga e.V.

Berlin wird zum Epizentrum des deutschen Schachs

Wenn sich vom 24. bis 26. April die Türen des Willy-Brandt-Haus öffnen, geht es um weit mehr als nur drei weitere Spieltage. Es ist der Showdown einer ganzen Saison – komprimiert in ein Wochenende, aufgeladen mit Titelträumen, Abstiegsangst und einem starken Hauch von Weltklasse.

Die zentrale Endrunde der Schachbundesliga verspricht genau das, was sie seit Jahren auszeichnet: Spannung. 16 Teams, 64 Partien pro Runde – drei Runden und ein vielseitiges Rahmenprogramm, das Spielern wie Zuschauern kaum Luft lässt. 

Bühne frei für die Entscheidung

Berlin ist nicht zufällig gewählt. Die Hauptstadt und speziell das Willy-Brandt-Haus liefern die passende Kulisse für das große Finale. Das Konzept der zentralen Endrunde macht aus der Bundesliga ein echtes Event: Statt verstreuter Spielorte treffen sich alle Teams an einem Ort. Fans erleben die Elite hautnah, können zwischen den Brettern wechseln und in Zeitnotphasen die Dramatik direkt miterleben. Der Berliner Schachverband feiert sein 125-jähriges Bestehen – und verbindet dieses Jubiläum mit der Ausrichtung eines der größten nationalen Schachereignisse des Jahres. 

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Ob die Fans in Berlin wieder Deutschlands Nummer 1 Vincent Keymer beim Saisonfinale über die Schulter schauen können, ist fraglich. Zeitgleich findet ein Chess.com-Turnier statt. | Foto: Schachbundesliga e.V.

Weltklasse am Brett – und alles auf dem Spiel

Sportlich geht es um viel: Meistertitel und Kampf gegen den Abstieg. Entsprechend werden die Vereine ihre stärkstmöglichen Aufstellungen aufbieten – ein internationales Staraufgebot ist garantiert, wenngleich wie immer unklar ist, wer wirklich den Weg in den Spielsaal findet. Die Tabelle und der Spielplan bieten Spitzenduelle und Abstiegskampf. Zwar hat sich Viernheim auf Platz 1 einen ordentlichen Vorsprung erarbeitet, aber der muss erstmal verteidigt werden – zumal der Tabellenführer noch gegen die beiden direkten Verfolger aus Baden-Baden und Wolfhagen antreten muss.

Die Dramatik im Tabellenkeller ist noch größer: Letztlich muss noch die halbe Liga um den Platz in der ersten Liga für die kommende Saison bangen. Spannend dürfte der Kampf aber vor allem für Heimbach-Weis-Neuwied, die noch gegen die drei Topteams der Liga ran müssen, den MSA Zugzwang und die Ausrichter von den SF Berlin werden.

Tabelle vor der Endrunde:

Tabelle

Spielplan für die Endrunde:

Spielplan

Stimmen zum Finale

Rainer Polzin (vom Veranstalter SF Berlin):
„Wir haben jeden verfügbaren Quadratmeter des Willy-Brandt-Hauses gebucht und freuen uns auf ein Schachfest mit Topspielern wie vielleicht Matthias Blübaum, Javokhir Sindarov oder Anish Giri – aber ich weiß natürlich auch nicht, wer antreten wird. Das Blitzturnier des Niedersächsischen Schachverbands, für das noch Plätze frei sind und an dem übrigens unter anderem Niclas Huschenbeth, Daniel Fridman, Ilja Schneider und The Big Greek teilnehmen, und das Jugendturnier haben zwar keinen Platz mehr am Spielort gefunden, aber wir sind dem SC Kreuzberg dankbar, dass wir im Haus des Sport spielen können.“ 
... und als Spieler des SF Berlin:
„Ich schätze die Chancen für den Klassenerhalt auf vielleicht 30 Prozent ein. Unsere Mannschaft ist sehr motiviert, aber das gilt natürlich auch für unsere Gegner aus Dresden, Kirchweyhe und Bremen. Wir müssen im Vergleich zu MSA Zugzwang und Heimbach-Weiß-Neuwied ein bzw. zwei Mannschaftspunkte aufholen, aber gerade das Restprogramm des Teams aus Rheinland-Pfalz ist sehr schwer. Wir betrachten daher sogar die Mannschaft aus München als unserem Hauptgegner im Abstiegskampf.“

Alexandra Leib (Pressesprecherin FC St. Pauli):
„Die Endrunde ist ein tolles Event – aber man muss auch sagen, dass einige Entscheidungen schon gefallen sind. Hier müsste man zukünftig sicher überlegen, ob man eine zentrale Veranstaltung früher in der Saison platziert. Wir sind sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf und freuen uns in Berlin auf einen entspannten Saisonausklang. Wir werden auch ordentlich Auswärtsfans mitbringen.“

Gerald Hertneck (MSA Zugzwang):
Die zentrale Endrunde (bzw. jede Zentralrunde) ist immer ein absolutes Highlight der Saison, weil man da alle Spieler sieht, und weil es ein Schachereignis der Superlative ist. Wir stehen mit den Berliner Schachfreunden und dem SC Heimbach-Weis im Abstiegskampf. Nur eines von den drei Teams wird sich halten. Unsere Chancen auf Klassenerhalt bewerten wir mit 50 Prozent. Ich denke, wir sind in der bisherigen Saison etwas unter unseren Möglichkeiten geblieben, und haben zu oft knapp mit 3,5 verloren. Es kam uns so vor, als ob wir vom Pech verfolgt waren. Wir werden nach Möglichkeit in Bestbesetzung antreten, denn wir müssen um unsere letzte Chance kämpfen.“

Johannes Grabmeier (Mannschaftsleiter SV Deggendorf):
„Wir möchten uns einen soliden Mittelplatz sichern. Leider sind wir wegen vieler fehlender Spieler nicht gut in die Saison gestartet. Leider werde ich nicht in Berlin dabei sein, da ich selber spielen muss. Leider spielen Bundesliga und untere Ligen zu oft am selben Tag.“

Mehr als nur ein Turnier

Die Endrunde versteht sich längst nicht mehr nur als sportlicher Wettbewerb, sondern als Schachfestival. Live-Kommentare vor Ort, ein umfangreiches Rahmenprogramm und zusätzliche Turniere – darunter ein Blitz-Event für ambitionierte Amateure – machen das Wochenende zu einem Treffpunkt der Szene.

Auch wer nicht vor Ort ist, bleibt nah dran: Alle Partien werden auf mehreren Plattformen live übertragen.

 

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Programm der Endrunde 
--> HIER und HIER

The Big Greek ist auch dabei: Blitzturnier des NSV zur Bundesliga-Endrunde

Endrunde der Schachbundesliga: Dinara Wagner im Interview

Wichtiger Hinweis:
Wer die Bundesliga-Endrunde als Zuschauer im Willy-Brandt-Haus verfolgen möchte, muss unbedingt seinen Ausweis dabei haben. Am Eingang findet eine Personenkontrolle statt.

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