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Münchner Teams vor Entscheidungen

Die Ausgangslage der beiden Münchner Mannschaften unterscheidet sich vor dem 12. Spieltag grundsätzlich. Die Bayern können bei den Heimspielen am Wochenende den jetzt schon höchstwahrscheinlichen Klassenerhalt endgültig sichern, während für das Oktett der Akademie der jetzt schon höchstwahrscheinliche Abstieg nach diesem Wochenende besiegelt sein könnte. 

Der Austro-Georgier David Shengelia (rechts), hier im Duell mit dem Bremer Velimir Ivic, hält den Klassenerhalt für seine Münchner Schachakademie „für unrealistisch“. Foto: Hartmut Metz

„Das können wir wohl nicht toppen“, lacht Jörg Wengler. Um die Fußballer des FC Bayern München in den Schatten zu stellen, die am vergangenen Wochenende Mainz 05 mit 8:1 aus dem Stadion fegten, müssten die Schachspieler des Vereins zu Hause gar 8:0 gewinnen. Derlei zu fordern, verhindert allein schon der Respekt vor den Gegnern bei dem Abteilungsleiter. In der Bayern LB Sportarena trifft der Tabellensiebte der Bundesliga am Samstag (14 Uhr) auf die knapp dahinter liegende SG Solingen. Mit 11:11 Punkten weisen die Klingenstädter zwar einen Zähler weniger auf als der Hausherr, trotzdem schiebt ihnen Wengler die Favoritenrolle zu. Solingen sei „stark“, zudem gelang es nur dem Gegner 2016, Serienmeister OSG Baden-Baden den Titel in den letzten 18 Jahren wegzuschnappen. Das flößt Respekt ein.

„Niederlagen in Viernheim waren unser Todesurteil“

Parallel trifft die Münchner Schachakademie (MSA) Zugzwang auf den SV Mülheim Nord. Letztere stehen als Zwölfter mit 8:14 Punkten auch am Rande des Abgrunds. Dennoch sieht Gerald Hertneck keinen Grund zu Optimismus, die letzte Chance auf den Klassenerhalt am Schopfe zu packen. „Wir spielen zwar nicht schlecht, aber wir gewinnen einfach nicht“, klagt der Großmeister des Tabellenvorletzten (4:18). Die drei letzten „Niederlagen in Viernheim waren unser Todesurteil“, glaubt Hertneck. David Shengelia sieht es ähnlich: „Wir werden es noch versuchen, aber ehrlich gesagt, so richtig realistische Chancen auf den Klassenerhalt haben wir leider nicht“, sagt der Österreicher mit georgischen Wurzeln. Noch weniger rechnet sich der Aufsteiger gegen Solingen am Sonntag (10 Uhr) aus.

Offenes Duell mit Mülheim Nord

Offen sieht Wengler das zeitgleiche Duell mit Mülheim in der  Bayern LB Sportarena, das wie am Samstag ein Großmeister für die Zuschauer kostenlos live kommentieren wird. „Die müssen auch punkten, um in der Bundesliga zu bleiben“, erwartet der Bayern-Abteilungsleiter einen sehr gut aufgestellten Gegner. „In der Vergangenheit hat mal der eine, mal der andere gewonnen“, erinnert sich der FCB-Teamkapitän. Auch wenn es mit einem 8:0 nichts wird - mit 8:8 Brettpunkten könnte Wengler am Wochenende ebenso gut leben. Dann hätte sein Oktett nämlich den „einen Punkt, den wir vielleicht noch zum Klassenerhalt brauchen“ mit deren zwei überfüllt.

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