Baden-Baden siegt im Spitzenkampf

Erstellt am: 11.11.2018

Im Spitzenkampf der 2. Runde setzte sich die OSG Baden-Baden gegen Werder Bremen mit 5:3 durch. Drei weitere Teams gewannen an diesem Wochenende beide Kämpfe. Nach dem 7,5:0,5 gegen Augsburg liegt Hockenheim an der Spitze. Solingen hatte gegen Hamburg ebenfalls keine Probleme beim 6:2 und nimmt Platz zwei ein. Vom Führungsquartett tat sich Viernheim schwer und gewann knapp mit 4,5:3,5 gegen München. Kiel siegte im Duell der Aufsteiger gegen Düsseldorf mit 4,5:3,5 und darf sich über seine ersten zwei Punkte in der SBL freuen. Zu knappen Siegen kamen auch Deizisau und Dresden.

Nach der ersten Doppelrunde der Saison 2018/19 liegen vier Teams verlustpunktfrei an der Spitze. Wenig überraschend gehört die OSG Baden-Baden dazu. Der deutsche Meister siegte gegen Werder Bremen mit 5:3, doch das Team aus dem Norden der Republik leistete großen Widerstand. Am Spitzenbrett zeigte sich Luke McShane, vielleicht auch durch die Verleihung des Viktors am Vortag, in Opferlaune und "sprang" seinen Gegner Peter Svidler forsch an. Er opferte ausgangs der Eröffnung eine Figur und dann sogar noch eine Qualität, um den in der Mitte steckenden König anzugreifen. Laut oberflächlicher Analyse besaß er die Chance die Stellung im Gleichgewicht zu halten, doch er fand nicht den Weg und musste kurze Zeit später aufgeben.

Luke McShane und Peter Svidler während der Analyse | Foto: Guido Giotta
Luke McShane und Peter Svidler während der Analyse | Foto: Guido Giotta

Richard Rapport gelang sein erster Sieg im Baden-Badener Dress. Der ungarische Weltklassespieler gewann gegen Alexander Areshchenko auf seine typische Art aus einer harmlosen Eröffnung heraus. Nach mehreren weiteren Remis stand Baden-Badens Sieg im Prinzip schnell fest. Jan Werle gelang der einzige volle Punkt auf Bremer Seite, während Sergei Movsesian den dritten vollen Zähler für Baden-Baden beisteuerte.

Deizisau mit holprigem Start

Die Schachfreunde Deizisau taten sich zu Beginn der Saison enorm schwer. Nach der gestrigen Niederlage gegen Bremen reichte es gegen Mülheim nur zu einem knappen Sieg mit 4,5:3,5 - trotz enormer Elo-Vorteile an fast jedem Brett. Matthias Blübaum verlor gegen Liam Vrolijk mit Weiß, das passiert ihm selten, und Mülheim führte sehr lange mit 1,5:0,5. Erst nach der Zeitkontrolle konnte der Favorit das Match drehen, allerdings mit gütiger Mithilfe des Gastgebers. Dmitrij Kollars nutze einen Blackout seines Gegners Nico Zwirs und Vincent Keymer setzte sich in einem offenen Schlagabtausch gegen Daniel Hausrath durch.

Vincent Keymer | Foto: Guido Giotta
Vincent Keymer | Foto: Guido Giotta

Hockenheim souverän, Viernheim mit Schwierigkeiten

Der SV Hockenheim führt nach der ersten Doppelrunde die Tabelle der SBL an. In der 2. Runde siegte der Vizemeister der Saison 2016/17 gegen Augsburg mit 7,5:0,5. Nur Nikola Nestorovic konnte für den Aufsteiger aus der 2. Bundesliga Ost einen halben Zähler ergattern. Der SC Viernheim darf sich bei Sergei Fedorchuk bedanken, dass der Ausflug an die Isar nicht mit einer riesigen Enttäuschung endete. Beim Stand von 3,5:3,5 setzte sich der ukrainische Großmeister gegen Alexander Raykhman durch und sorgte für den knappen Sieg. Vladimir Malakhov und Anton Korobov siegten zwar standesgemäß an den Spitzenbrettern, doch Sebastien Maze und insbesondere Konstantin Tarlev leisteten sich unnötige Fehler, wodurch München an der Sensation schnuppern durfte.

Freude in Kiel

Die SG Turm Kiel darf sich über den ersten Sieg in der SBL freuen. Im Duell der Aufsteiger setzte sich das Team aus dem hohen Norden vor heimischer Kulisse gegen den Düsseldorfer SK mit 4,5:3,5 durch. Evgeny Alekseev nutzte einen Rechenfehler von Igor Khenkin, um für Düsseldorf zu punkten. Auf der anderen Seite siegte der junge Däne Filip Boe Olsen gegen Michael Coenen. Das Match verlief sehr ausgeglichen und letztendlich sorgte mit Carsten Hoi ein weiterer Däne durch seinen vollen Punkt gegen David Miedema für den knappen Kieler Sieg.

Die SG Solingen gehört nach der ersten Doppelrunde zu den vier Teams mit weißer Weste. Der Meister der Saison 2016/17 hatte keine Probleme, um sich gegen den Hamburger SK durchzusetzen. Dabei sahen die Zuschauer einige spektakuläre Partien. Insbesondere das Duell an Brett acht zwischen Chanda Sandipan und Jonathan Carlstedt war nichts für schwache Nerven. Das bessere Ende hatte der Inder. An den ersten vier Brettern konnte der HSK mit vier Remis Paroli bieten, doch die vier hinteren Bretter gewann allesamt Solingen.

Dresden gewinnt den Heimkampf

In Meißen fand wegen des Rückzugs der DJK Aachen nur ein Kampf statt. Wir werden uns in dieser Saison daran gewöhnen müssen, dass an einem Spielort immer nur ein Kampf stattfindet während jeder Runde - außer natürlich während der zentralen Runde in Berlin Anfang März. Der USV TU Dresden setzte sich gegen den SV Hofheim mit 5:3 durch. Die Dresdner hatten den Sieg insbesondere ihren Spitzenbrettern zu verdanken. Allerdings hatte Zoltan Almasi das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, denn er schraubte gegen Thore Perske das Risiko enorm hoch und gewann aus verdächtiger Stellung heraus.

Die nächste Doppelrunde findet in zwei Wochen am 24. und 25. November statt. Die Spielorte sind Viernheim, Augsburg, Baden-Baden und Düsseldorf. Der deutsche Meister trifft zu Hause auf Dresden und Berlin, während Hockenheim gegen Hofheim klarer Favorit ist.

Einzelergebnisse der 2. Runde
Alle Partien nachspielen auf dem Liveportal



Über den Autor

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Georgios Souleidis ist Internationaler Schachmeister und hat in Bochum Publizistik und Kommunikationswissenschaft studiert. Er arbeitet als Journalist, Autor und Schachtrainer. Er schreibt u.a. als Chefredakteur für die Schachbundesliga, für Chessbase, die Zeitschrift SCHACH, SPIEGEL ONLINE oder die Deutsche Presse-Agentur. Falls er mal nicht schreibt oder Training gibt, versucht er aktiv am Brett zu beweisen, dass 1. e2-e4 der beste Eröffnungszug ist.