SF Berlin: Starke Gegner für Jan-Christian Schröder

Erstellt am: 24.08.2019
Jan-Christian Schröder | Foto: Guido Giotta

97 Jahre alt sind die fünf Neuzugänge der Schachfreunde Berlin – zusammen. Die Fluktuation in ihrem Kader haben die Berliner genutzt, um ihr alles andere als alte Team noch einmal gezielt zu verjüngen. Unter anderem Alexei Sarana aus Moskau, Nummer sechs der Junioren-Weltrangliste, ist jetzt ein Berliner. Die Truppe hat Perspektive, gleichwohl sprechen die Zahlen eine nüchterne Sprache: Mit einem Eloschnitt von knapp 2.600 sind die Berliner nominell die Nummer neun einer bärenstarken Liga.

Und so lässt sich der 2. Vorsitzende Rainer Polzin keine euphorische Saisonprognose entlocken: „Früh den Klassenerhalt sichern“ sei angesichts des harten Auftaktprogramms das vorrangige Ziel. Gleich zu Beginn messen sich die Berliner mit dem Deutschen Meister aus Baden-Baden und den SF Deizisau, Vierter in der Saison 2018/19. Gemütlich Aufwärmen sieht anders aus.

„Jan-Christian wollte starke Gegner, um daran zu wachsen.“

Harte Arbeit wartet am ersten Brett auf Kacper Piorun, seit 2014 ein Berliner und mit 28 Jahren schon fast der Routinier im Team. Obwohl er nach Elo weiter unten einzuordnen wäre, wird Jan-Christian Schröder (21), mehrfacher deutscher Jugendmeister, das zweite Brett besetzen. „Jan-Christian wollte starke Gegner, um daran zu wachsen. Diesen Wunsch haben wir ihm gerne erfüllt“, sagt Polzin.

Schon zwei Mal im russischen Superfinale: Alexei Sarana || Foto: Georgios Souleidis

Dahinter erst kommt Sarana (19), mit 2655 Elo ein Vertreter des immer noch riesigen Fundus starker russischer Großmeister aus der zweiten Reihe, allerdings einer, dem Beobachter in naher Zukunft einen gewaltigen Leistungssprung zutrauen. International hat Sarana bislang kaum für Aufsehen gesorgt, aber seitdem er sich zwei Mal (2018 und 19) als Junior für das Superfinale der Russischen Meisterschaft qualifiziert hat, ist er nicht mehr nur Eingeweihten ein Begriff.

Schon jetzt die Zentrale Endrunde 2020 im Auge

Luca Moroni || Foto: Georgios Souleidis
Luca Moroni || Foto: Georgios Souleidis

Eine italienische Rochade repräsentiert der 19-jährige Großmeister Luca Moroni. Als sich abzeichnete, dass Daniele Vocaturo den Berlinern in der kommenden Saison nicht zur Verfügung stehen würde, empfahl Vocaturo seinem Verein, bei seinem Landsmann Moroni anzufragen, dem kommenden Namen des italienischen Schachs. Moroni sagte zu, und so wird auch 2019/20 ein Italiener für Berlin am Brett sitzen.

Abseits der Saisonplanung sind sie in Berlin jetzt schon mit der Organisation der Zentralen Endrunde im Mai beschäftigt. Zum Abschluss der Serie werden die Berliner wieder die komplette Liga, auch die der Frauen, bei sich begrüßen. Rainer Polzin plant das eine oder andere Highlight, aber noch sei es zu früh, Details zu verkünden. Zum Stand der Dinge sagt er nur so viel: „Läuft.“

Aufstellung der Bundesligisten für die Saison 2019/20

Dreitägiges Schachfest: Zentrale Endrunde in Berlin

 



Über den Autor

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Conrad Schormann, gelernter Tageszeitungsredakteur, betreibt in Überlingen am Bodensee ein Büro für Redaktion und Kommunikation. Beruflich hilft er Unternehmen, Verbänden oder Parteien bei der Außendarstellung. Ambitioniertes Schach hat er mangels Talent und Trainingseifer aufgegeben und auf Schach-Fan umgesattelt. Manchmal guckt er nicht nur zu, sondern schreibt auch noch darüber, in erster Linie auf seinem Blog, außerdem für ChessBase, die RochadeEuropa und die Schachbundesliga.