Ullis Randnotizen - Berlin, Du bist so wunderbar!

Erstellt am: 04.04.2017

Da bin ich mal wieder! Haben Sie mich vermisst? Egal, es ist einfach mal wieder an der Zeit für eine Randnotiz!

Bald ist es soweit - „Berlin… Berlin… Wir fahren nach Berlin!“

Die Hauptstadt soll ja dem Vernehmen nach immer eine Reise wert sein. Dies gilt besonders für dieses Jahr.

Die Schachbundesliga feiert nämlich einen besonderen Event: Die zentrale Abschlussrunde, die diesmal zusammen mit der Frauenbundesliga in der Zeit vom  29. April bis 01. Mail 2017 im Hotel Maritim durchgeführt wird. Auch der Deutsche Schachbund wird mit einer Vereinskonferenz mit von der Partie sein. Nähere Informationen erhalten Sie hier: http://schach2017.berlin/

Damit kann man mit Fug und Recht sagen, dass sich in Berlin die Creme de la Creme der deutschen Schachszene treffen wird. Insofern freue ich mich sehr auf diese Veranstaltung!

Dem gewogenen Betrachter und Schachliebhaber stellt sich die Frage, wieso man ein solches Highlight eigentlich nicht öfter präsentiert bekommt?

Nun, die Antwort darauf ist im Prinzip ganz einfach:  

Ausrichter der zentralen Runde kann eigentlich immer nur ein Bundesligaverein sein. Damit liegt die Organisations- und Finanzierungslast ausschließlich bei dem betreffenden Veranstalter. Zwar kann der Schachbundesliga e. V. hier einen kleineren Geldbetrag zuschießen und bei Bedarf auch bei der Abwicklung helfen; mehr ist aber nicht drin. Wie immer, ist eine solche Veranstaltung also eine Frage der verfügbaren (und im Regelfall knappen) Ressourcen.

Von daher kann man vor allem den Schachfreunden Berlin gar nicht genug danken, die sich mit einer exzellenten organisatorischen Vorbereitung, großen ideellem Einsatz und einer Menge Geld engagieren. Das, was da auf die Beine gestellt wird, wird sich gewiss sehen lassen können.

Übrigens werden zentrale Runden nicht von allen Bundesligavereinen uneingeschränkt positiv beurteilt.  

Es gibt zum Beispiel Stimmen, die den grundsätzlichen Verzicht auf einen Heimkampf, der ja auch dazu dient, sich den örtlichen Sponoren zu präsentieren, bedauern. Kann man  verstehen.

Außerdem passt manchmal auch die Saisonchoreographie nicht so ganz, insbesondere in den Fällen, in denen der Deutsche Meister vielleicht schon praktisch feststeht und die Abstiegsfrage weitestgehend geklärt ist.

Man kann es halt nicht immer Allen Recht machen!

Berlin wird andererseits dem deutschen Schachsport gut tun! Da muss man einfach auch mal über gewisse Egoismen hinweg schauen können. Nebenbei bemerkt würde ich aber genauso gerne mal nach Hamburg, Bremen, Baden-Baden  oder München fahren! Nur mal so als Anregung!



Über den Autor

Ulrich Geilmann wurde 1963 in Essen geboren und wohnt am Niederrhein. Er ist diplomierter Stadtplaner und im öffentlichen Dienst tätig. Der ehemalige Teamchef der 1. Mannschaft der SF Katernberg ist Hobbyschachspieler und Vizepräsident des Schachbundesliga e. V..