Wenn man nicht live vor Ort ist
Von Georgios Souleidis
In der zweiten Runde der Schachbundesliga kam es im Kampf Mülheim gegen Trier zum Duell zwischen Großmeister Mihail Saltaev und Dmitry Goriachnik. Nach 23 Zügen wurde aus heiterem Himmel ein 1-0 gemeldet. Was war passiert?
Saltaev,Mihail (2492) - Goriachnik,Dmitry (2324) [B27]
SBL 0910 SV Mülheim Nord - SG Turm Trier (2.8), 18.10.2009
1.e4 c5 2.Sf3 Da5?!
Saltaev-Goriachnik Diagramm 1
Diesen ungewöhnlichen Zug, der den Gegner verwirren soll und objektiv als fragwürdig bezeichnet werden muss, wendet Goriachnik seit mehr als sechs Jahren mit einigem Erfolg an. 3.Sc3 g6 4.d3 Lg7 5.Ld2 Sc6 6.a4 d6 7.Le2 e6 8.0-0 a6 9.Dc1 Dc7 10.Te1 h6 11.Sd1 Ld7 12.Se3 Sge7 13.Sc4 0-0-0 14.Lc3 e5 15.a5 Kb8 16.Sb6 Le6 17.Tb1 d5 18.exd5 Sxd5 19.Sxd5 Txd5 20.Sd2 Sd4 21.Sc4 f5 22.Lf1 Lf7 23.b4
Saltaev-Goriachnik Diagramm 2
Dem Mülheimer Großmeister Mihail Saltaev fiel trotz längeren Nachdenkens kein überzeugender Plan ein, um die frühe Damenentwicklung zu bestrafen und so entstand nach dem letzten weißen Zug eine völlig unklare Stellung. Ohne zu wissen, wie die Partie nun weiterging, könnte man auf die Idee verfallen, dass die Liveübertragung abbrach und somit die Züge nicht mehr notiert wurden. Weit gefehlt. Goriachnik hatte hier noch ca. vier Minuten Restbedenkzeit + 30 Sekunden/Zug bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug. Er vertiefte sich so sehr in die Stellung, dass er einfach die Zeit ablaufen ließ und damit verlor. Auf die Frage wie ihm das passieren konnte, meinte der Trierer:"Ich habe die Zeit überschritten, weil ich mit dieser Zeitkontrolle nur selten gespielt habe. Wir spielen in der 1. Rheinland-Pfalz-Liga mit klassischer Bedenkzeit (2h/40 Züge und 1h. für den Rest)." Die Niederlage schien dem Moldawier, der seit neun Jahren in Trier lebt und seitdem für die SG Trier spielt, wenig auszumachen. Direkt nach dem Lapsus wurde mit Saltaev im Nebenraum fleißig analysiert. 1-0
SBL 0910 SV Mülheim Nord - SG Turm Trier (2.8), 18.10.2009
1.e4 c5 2.Sf3 Da5?!
Saltaev-Goriachnik Diagramm 1
Diesen ungewöhnlichen Zug, der den Gegner verwirren soll und objektiv als fragwürdig bezeichnet werden muss, wendet Goriachnik seit mehr als sechs Jahren mit einigem Erfolg an. 3.Sc3 g6 4.d3 Lg7 5.Ld2 Sc6 6.a4 d6 7.Le2 e6 8.0-0 a6 9.Dc1 Dc7 10.Te1 h6 11.Sd1 Ld7 12.Se3 Sge7 13.Sc4 0-0-0 14.Lc3 e5 15.a5 Kb8 16.Sb6 Le6 17.Tb1 d5 18.exd5 Sxd5 19.Sxd5 Txd5 20.Sd2 Sd4 21.Sc4 f5 22.Lf1 Lf7 23.b4
Saltaev-Goriachnik Diagramm 2
Dem Mülheimer Großmeister Mihail Saltaev fiel trotz längeren Nachdenkens kein überzeugender Plan ein, um die frühe Damenentwicklung zu bestrafen und so entstand nach dem letzten weißen Zug eine völlig unklare Stellung. Ohne zu wissen, wie die Partie nun weiterging, könnte man auf die Idee verfallen, dass die Liveübertragung abbrach und somit die Züge nicht mehr notiert wurden. Weit gefehlt. Goriachnik hatte hier noch ca. vier Minuten Restbedenkzeit + 30 Sekunden/Zug bis zur Zeitkontrolle im 40. Zug. Er vertiefte sich so sehr in die Stellung, dass er einfach die Zeit ablaufen ließ und damit verlor. Auf die Frage wie ihm das passieren konnte, meinte der Trierer:"Ich habe die Zeit überschritten, weil ich mit dieser Zeitkontrolle nur selten gespielt habe. Wir spielen in der 1. Rheinland-Pfalz-Liga mit klassischer Bedenkzeit (2h/40 Züge und 1h. für den Rest)." Die Niederlage schien dem Moldawier, der seit neun Jahren in Trier lebt und seitdem für die SG Trier spielt, wenig auszumachen. Direkt nach dem Lapsus wurde mit Saltaev im Nebenraum fleißig analysiert. 1-0
erstellt am 03.11.2009





