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1. Nickelhütte Aue 0
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5. Bayern München 0
6. SF Berlin 0
7. Werder Bremen 0
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Schneckenrennen gegen den Abstieg

Ilja Schneider
Ilja Schneider


Der internationale Meister Ilja Schneider spielt für die SF Berlin in der Schachbundesliga und wird wie in der Saison 2008/09 auf der Webseite der Schachbundesliga über die Kämpfe seines Vereins berichten. Der 25-jährige ist regelmäßig auf Turnieren unterwegs und berichtet darüber auf seinem Blog "Schachzoo": pointiert und schachlich lehrreich.
Von Ilja Schneider

Ilja Schneider berichtet vom Bundesligawochenende in Katernberg, an dem er als Spieler der SF Berlin beteiligt war.



Das Positive zuerst. Es waren beim Gastspiel der SF Berlin im Ruhrpott ohne Zweifel einige gute schachliche Ansätze vorhanden. Niemand fiel wirklich ab und es gab sowohl gegen Gastgeber Katernberg am Samstag als auch gegen die Vorjahresdritten aus Mülheim zumindest in den ersten Spielstunden ungewohnt viele gute Stellungen zu verwalten. Umso katastrophaler betrachtet sich dagegen die erzielte Ausbeute: 0 Mannschaftspunkte, 4 Brettpunkte, kein Partiegewinn. Was eigentlich einem Klon des Baden-Baden-Wochenendes vor 3 Wochen entsprechen würde, wäre damals nicht GM Vogts König gegen Marco Thinius in letzter Minute buchstäblich aus dem Fenster gesprungen (wie berichtet). Diesmal hatten wir aber leider nicht einmal Marco dabei, so dass wir in den letzten 32 Partien bei einem Partiegewinn verharren müssen...Oder wie der Fußballtrainer seine Stürmer anbrüllte: "Die anderen stehen ja schneller als ihr lauft!.."
Dafür ein zu hoher Anteil an recht trivialen Einstellern. Von den 8 verlorenen Partien wurde immerhin stolze 4 zu den mittlerweile berüchtigten Souleidis'schen "Gurken des Wochenendes" verarbeitet, wobei ich nicht denke, dass die Partie Polzin-Motylev dieses Schicksal wirklich verdient hatte..
Organisatorisch fand ich es in Essen übrigens tiptop. Viel Platz, viel Licht, genug zu essen und zu trinken, und viele Schachbegeisterte. Und man konnte anhand einer Ausstellung im Foyer des Regionalverbands, in dem gespielt wurde, eine Menge über den Deutschen Wald und seine Baumarten lernen.
Allein die Idee mit Kaffeeset (Kaffeetasse, Löffel und Milchkanne) an jedem Tisch sollte man meiner Meinung nach noch mal überdenken, auch wenn es bestimmt ganz superlieb gemeint war. Denn: 1) So viel Kaffee wurde gar nicht getrunken. 2) Den Platz kann man auch prima für geschlagene Figuren verwenden. 3) Schachspieler sind nicht unbedingt die geschicktesten Naturen, deswegen spricht erstmal nichts dagegen, zerbrechliche Sachen aus ihrem Wirkungsbereich zu entfernen. (Zeitnot!) 4) Das hatte optisch mehr was von einer Konferenz, was ich persönlich nicht zwangsläufig mit einer kreativen Atmosphäre verbinde. 5) Wenn der Tisch auch nur ein bisschen ruckelt, ergibt das gleich so eine merkwürdige Geräuschkullise, dass man sich nicht mehr konzentieren kann.
Natürlich kann trotzdem jeder an seinem Platz Kaffe trinken, wenn er will. Aber so ein Set muss einfach nicht schon im Vorhinein überall stehen.
Sonst war aber wirklich alles sehr gut, da wiederhole ich mich gerne.

Genug Worte verloren, wenden wir uns also zunächst der Frage zu, wie es möglich sein kann, einen aussichtsreich stehenden Kampf gegen Katernberg am Ende mit 1,5:6,5 gegen die Wand zu fahren.

Polzin,Rainer (2500) - Motylev,Alexander (2672)
BL 0809 SF Katernberg - SF Berlin, 13.12.2008


Stellung nach 23...a3: 




So etwa ab dieser Stelle war ich für Rainers Chancen äußerst pessimistisch. Der weiße Angriff am Königsflügel findet nicht statt, er hat den schlechten Läufer und auf der anderen Seite brennt nun der Baum. Allerdings: ewig aufhalten lässt sich das Spiel mit f4-f5 nicht und dann wird es auch für Schwarz gefährlich. 24.Dc2 Dc4 25.bxa3 Txa3 26.f5! mit Sicherheit ratsamer, 'was zu versuchen, statt einfach auf das Ende am Damenflügel zu warten. 26...gxf5 27.gxf5 exf5 28.Sf4 g5 29.e6! gxf4 30.exf7+ Kd8 30...Kf8! ist klar besser. 31.Se5 Dc8 Das Bild hat sich allein schon optisch mächtig gewandelt. Mit dem schwarzen Zentralkönig und dem Monster auf e5 hat Weiß gute Kompensation für die Figur. 32.De2? dies erlaubt aber Motylev, sich zu konsolidieren. Einfach 32.Tb1 und nun etwa 32...De6 33.Txb3 Dh6 34.Tfb1 Dxh2+ 35.Kf1 und Schwarz kann (und sollte aber auch) Dauerschach geben. 32...De6 33.Dxb5 Kc7 34.Tfe1 Dh6 34...Sd7?! sieht eigentlich amateurhaft aus (stupide die gegnerischen Figuren abtauschen...), bereitet aber den Rausschmiss ...Tb8 vor. 35.c4! und Weiß hält das Gleichgewicht. 35.h4 Ta2? Diese Stellung ist nicht rational. Beachtung verdienten solche Möglichkeiten wie etwa 35...Ta5 36.Dxb3 Lxh4 36.Sg4! Das ist schon fast wie im Stile der alten Meister des vorletzten Jahrhunderts. 36...Dd6 37.Dxb3 Txf2 38.Sxf2 38.Ta1 Wurde von Rainer angegeben und gewann auch. 38...Lxh4 38...f3 39.Kf1! Schwarz fehlen sie Schachs und in den den nächsten Zügen werden seine meisten Figuren geschlagen.




39.Te8? Es musste in dieser Phase geblitzt werden, was den Fehler verständlich macht. Weiß droht alles, nur eines leider nicht: ein sinnvolles Schach. 39.Tb1! Holt die Damen vom Brett und gewinnt semitrivial. 39...Dg6+ (39...Tf8 40.Da2 Kb7 41.Te8) 40.Kf1 Lxf2 41.Te7+ Kd8 42.Dxb6+ Dxb6 43.Te8+ Txe8 44.fxe8D+ Kxe8 45.Txb6 39...f3 und der weiße König geht als erstes ein. 40.Kf1 Dg6 40...Dg3 41.Sg4 Dxg4 42.Td2 Dh3+ 43.Kg1 Th6! 44.Tg8 Dh1+ 45.Kxh1 Lf2# 0-1

An Brett 2 handelte sich Arnd Lauber gegen Viktor Laznicka schon recht früh in der Eröffnung durch eine Mischung aus Gedanken- und Fingerfehler eine sehr schlechte Stellung ein, womit die GM-Normfeierlichkeiten auf den Sonntag verschoben werden mussten. Machen wir mit dem nächsten vergebenen Chance weiter.

Schneider,Ilja (2486) - Chuchelov,Vladimir (2575)
BL 0809 SF Katernberg - SF Berlin, 13.12.2008


Stellung nach 14.De2:




Außer, dass Weiß weniger als nichts aus der Eröffnung rausgeholt hat, ist im Moment nichts los. Mehr Zeit verbraucht habe ich auch schon, primär durch die nicht so leicht gefallene Entscheidung, den Turm nach b1 zum "Babysitten" des b2 abzustellen. Aber nun zog Chuchelov zu meiner großen Überraschung auch erstmal 40 Minuten nicht mehr, und als ich dann sah, dass ich dran war, fiel es mir recht schwer, herauszufinden, was er eigentlich gezogen hatte.. 14...h6?! Hm. Na  ja. Seine Idee wird von folgender Variante begründet: 14...Se4?! Ideenhaft aber falsch. 15.Sxe4 dxe4 16.Sg5 h6 17.Sxe4 Sd4 und nun 18.Sf6+! mit Ausgleich.; 14...a6 15.Ld3 Sb4=/+ wäre mit Sicherheit meine naive, pragmatische Wahl. 15.Tfd1 Sa5 Nun übernimmt Weiß plötzlich die Initiative: 16.Ld3 Se8? Es war klar, dass das kommen würde, aber in der vorliegenden Situation würde nur wenige das Nehmen auf d6 mit der Dame in Betracht ziehen. 16...Dxd6 17.e4 Db4 18.e5+/= 17.e4 d4 weil sonst ein Bauer verlorengeht.




18.Sb5? Wenn man im Schach doch immer gesagt bekäme, wann es sich lohnt, genau reinzugucken.. 18.b4! Txc3 (18...dxc3 19.bxa5 ändert nichts) 19.bxa5 Dxd6 20.e5! ist verdammt stark und stellt an sich schon eine halbe Gewinnstellung dar. 18...Lxb5 19.Lxb5 Sxd6 20.Ld3 Weiß steht nun trotzdem etwas besser, da sich e5 nicht aufhalten lässt, aber nach... 20...Sc6 21.e5 Sf5 22.Lxf5 22.g4 Sfe7 23.De4 Sg6 22...exf5 23.e6 Dc5 24.exf7+ 24.b4 haben wir für besser befunden, aber Schwarz sollte mutig zugreifen: 24...Sxb4 25.a3 Dxc2 26.exf7+ Kxf7 27.Db5 Sa2! mit Ausgleich und der netten Idee 28.Sxd4? Sc1!! und Ende. 24...Kxf7 25.b4 De7 26.Dd3 De4! ...versandete die Partie, wobei Weiß fast noch selbst aufpassen musste. 27.Db3+ De6 28.b5 Dxb3 29.axb3 Sb4 Remis in 42 Zügen. 1/2-1/2

Schlechte Stellungen zu früh abhaken, kann teuer werden, wie Stephan Berndts Partie gegen den indischen Jung-GM Parimarjan Negi zeigte.

Negi,Parimarjan (2597) - Berndt,Stephan (2440)
BL 0809 SF Katernberg - SF Berlin, 13.12.2008


Stellung nach 42...Lf3: 




Stephan hatte vorher mehrer Stunden hartnäckig ein schlechteres Drachenendspiel verteidigt, doch große Zuversicht herrschte ob des Ausgangs seiner Partie nicht. Auch bei der anschließenden Analyse beim Essen haben wir den entscheidenden Fehler irgendwo vorher gebrandmarkt und Stephan führte die Partie noch zu Ende um allen Negis tolle Endspieltechnik zu demonstrieren. Die Sache hat aber einen Haken: Soweit hätte es gar nicht kommen müssen. 43.Txd6? Ein grauenhafter Zug und doch waren sich im Nachhinein alle einig, dass Schwarz mit dem Turm zurückschlagen muss, um den weißen König zumindest noch eine Weile zurückzuhalten. 43...Txd6? 43...exd6+! 44.Ke6 Tf7 Wird von Rybka einfach mit "Ausgleich" beschieden. Mit nur einem Turm hat Weiß gegen den sich bildenden h-Freibauern überraschend wenig auszurichten. Und dazu treibt sich der eigene König sinnlosim Feindesland herum. 45.Kxd6 h4 46.gxh4 gxh4 47.Ta1 h3 48.Ke5 h2 49.d6 h1D 50.Txh1 Lxh1 51.Lxf7 Kxf7 52.d7 Ke7 53.d8D+ Kxd8 54.Kd6= ist recht stringent und ich denke auch nicht, dass einer der Seiten während dieser Sequenz über großartig andere Ressourcen verfügt. 44.Ta7 Kf8 45.Ta8+ Kg7 46.Te8 Kf7 47.Tc8 Nun bricht alles zusammen. Auf die schwarzen Bauern passt der weiße König (notfalls) persönlich auf. 47...Lg4 48.Txc5 h4 49.gxh4 gxh4 50.Tc7 h3 51.f6! Ld7 52.Txd7! Das muss dem Inder Spass gemacht haben. 52...Txd7 53.d6+ Ke8 54.fxe7 54.dxe7 h2 55.Ke6 hat noch mehr Stil. 54...h2 55.Ld5 1-0

Evgenij Degtiarev verlor an Brett 5 eine undurchsichtige Stellung gegen den im Moment sich im Upswing befindenden Nazar Firman, aber dann geht die Geschichte auch schon weiter... Den nächsten halben verschenkte Lars Thiede gegen Christian Seel.

Seel,Christian (2494) - Thiede,Lars (2464)
BL 0809 SF Katernberg - SF Berlin, 13.12.2008


Stellung nach 28...Tcxc7:




Schwarz wird einen Bauern gewinnen, aber da das Spiel an einem Flügel stattfindet, hat Weiß praktische Haltechancen... die er am Ende auch genutzt hat. Es hätte aber schon nach 2 Zügen vorbei sein können...: 29.Da5 Txd3 30.Tb5??




Die weiße Figurenkonstellation macht keinen Sinn, aber es ist schon schwierig anzunehmen, dass Schwarz am Zug forciert die Aufgabe erzwingen kann. 30...Tc4? Lars geht an seinem Glück vorbei. 30...Td1! und Weiß verliert viel Material, am besten noch 31.Txe5 (31.Kg2 Txf1 32.Kxf1 Dd3+; 31.Da4 Tcc1 32.Txd1 Txd1+ 33.Kg2 Dd3) 31...Kh7! (31...Lxe5 geht auch. 32.Dxe5 Te7 33.Sf6+ Kh8) 32.Txd1 Dxd1+ 33.Kg2 Tc1 31.Te1 Dxa5 32.Txa5 Tc8 33.Tea1 f5 34.Sc5 Td5 35.Se6 Txa5 36.Txa5 Lf6 Und Seel schaffte es, sich zu verteidigen. 37.Ta7 g5 38.Sc7 e4 39.Sd5 Ld8 40.Kg2 Tc5 41.Td7 Tc8 42.Te7 Ta8 43.Te5 Kf7 44.Se3 f4 45.gxf4 gxf4 46.Tf5+ Ke6 47.Txf4 Ta4 1/2-1/2

Hinten musste Dennes Abel nach leichten Eröffnungsvorteilen am Ende gegen Martin Senff remis geben und Hernrik Rudolf verlor leider recht deutlich gegen Matthias Thesing, der am Vortag beim Match gegen Mülheim wegen einer Flugverspätung nicht am Start war und Henrik sich somit auf den falschen Gegner vorbereitet hatte.
Gegenüber dem 1,5:6,5 war also gegen Mülheim noch einige Steigerung geboten. Und sie kam auch. Man kann von der Qualität der Partien im Großen und Ganzen recht zufrieden sein. Nur, dass der Kampf im Prinzip wieder von Einstellern entschieden wurde.
Zwei Beispiele:

Berndt,Stephan (2440) - Fridman,Daniel (2630) [C41]
BL 0809 SF Berlin - SV Muelheim Nord, 14.12.2008


1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.d4 exd4 Soso.... das will ich gegen ihn aber auch ;-) 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Le7 6.g3 d5 7.Lg2?! 7.e5 Als langjähriger Philidorspieler juckt es einen natürlich, einfach mal ins Brett zu greifen und 7.e5 auszuführen, damit die schönen Varianten mal wieder zum Vorschein kommen. Aber dies ist auch im Mannschaftsschach nicht legal. 7...dxe4 8.Sxe4 Sxe4 9.Lxe4 Sd7 10.0-0 Sf6 11.Lg2 0-0 12.c3 Lc5 13.Sb3 Lb6 14.Df3 h6 15.Lf4 c6




Stephans Spielanlage war wenig aggressiv, aber sehr nachhaltig und solide. Man kann aber auch diese Stellung in einem Zug verlieren: 16.Tad1?? Lg4! Durch Td1 Lg4 haben schon viele Weißspieler Material eingestellt, aber da hängt meistens keine Dame auf d8! 17.Txd8 Tfxd8 18.De3 Lxe3 19.Lxe3 Sd5 und der Rest spielt keine Rolle. 0-1

Landa,Konstantin (2613) - Schneider,Ilja (2486)
BL 0809 SF Berlin - SV Muelheim Nord, 14.12.2008


Stellung nach 23.Txd1: 




Bisher konnte ich relativ gut mithalten, aber in den nächsten Zügen erschwere ich mir selbst die Aufgabe. Was nicht heißt, dass die Stellung objektiv ihr Gleichgewicht verlässt. 23...Sxc5 In Odnung, aber 23...Ld5! ist exakter. Die weiße Dame kommt nicht mehr nach e5, weil da gleich ein Schmmel steht. 24.De5 Dxe5 25.Sfxe5 Lxg2 26.Kxg2 Dies ist gar nicht so ungefährlich wie es aussieht. Ulf Andersson würde seine Freude an der weißen Stelung haben. 26...Sd5?! Übersieht ein gegnerisches Manöver, was durch Stellungspech keinen Vorteil bringt. 26...g6 27.f3 27.Sc6 Ta8 28.Sb4! Und schon ist ein Bauer weg. Als ich schon kurz davor war, das 4 vs.3 Endspiel zu akzeptieren, kam aber noch die letzte gute Idee an diesem Tag: 28...Sxb4! 28...b5 29.Sxd5 exd5 30.Sb6 Txa3 31.Txd5 Se6 32.Txb5 beschrieb Landa nach der Partie als "chancenlos für Schwarz! 29.Sxb6 Te8! ein uneingreifbares Feld. 29...Tb8 ,der Normalzug, verliert glatt. 30.axb4 Sa6 31.Sd7! Txb4 32.Sc5 30.axb4 Sa6 31.Td4 Tb8 32.Sd7 Txb4 Durch den "Tempoverlust" im 29. Zug hängt nun der weiße Turm. Landa lässt aber nicht locker..... 33.Td6 Sc7 33...Sb8 34.Sb6; 33...Ta4 34.Sc5 34.Se5




34...Tb8?? 34...Se8 remis ist nicht übertrieben schwer zu sehen. 35.Td7 ... und hat Erfolg. 35...Sd5 36.Sxf7 Sc3 37.Sd8 Zu 34...Tb8 fällt mir auch kein passender Kommentar ein. 1-0

Auch der Rest des Kampfes verlief "an sich" akzeptabel. Rudis Punkt am achten Brett gegen Saltaev war schon fast eingeplant:

Rudolf,Henrik (2368) - Saltaev,Mihail (2484)
BL 0809 SF Berlin - SV Muelheim Nord, 14.12.2008


Stellung nach 24...Txc8: 




Rudi hatte seinen Anti-Caro-Kann von vor 2 Wochen gegen Dautov verfeinert und ging nun zu aktiven Handlungen über. 25.Sxe6! Das Opfer macht einen ziemlich soliden Eindruck. 25...fxe6 26.Dxe6 Dd8 27.Dxd5 Sb6 28.Dxb7 a5 28...Sd5 29.Dxa6 Kh8 ließ Schwarz Hoffnungen auf einen weißfeldrigen "Grip" im Zentrum. 29.d5! Lc5? Das hält die schwarze Stellung normalerweise nicht durch. 29...Tb8! 30.Lxb6 schade, aber was sonst? 30...Txb7 31.Lxd8 Lxd8 32.d6 (32.b3 Tb5 ist schon gemischt.) 32...Txb2 33.e6 Te2 (33...Txa2 34.Te1) 34.e7 Lxe7 35.dxe7 Txe7 sollte man halten können, meine ich. 30.d6 Kh8




31.De4? Zaghaft. Einfach 31.Td1 Lxe3 32.fxe3 Tb8 33.Dc7 und die Bauern marschieren. 31...Lxe3 32.Dxe3 Tb8 33.b3?! Dd7 34.f4 De6 35.Td1 35.f5 wäre durchaus möglich. 35...Dd5 36.Tf4 und Weiß nimmt die d-Linie über. (36.f6). 35...Sd7 36.Kg2 a4 37.Td3 axb3 38.axb3 Ta8 Ab hier wird es immer schwieriger. Schwarz hat sich erholt und die Bauern blockiert und Weiß hat einige Probleme mit dem König. 39.Td2 Ta1 40.Dc3 Te1 41.Dc4 Dg4 42.Ta2 Schickt sich ins Remis, aber an Rybka-Spitzfindigkeiten wie etwa 42.Dc8+ Kh7 43.Dc3!? Sxe5 glaube ich nicht mehr. 42...Te3 43.Ta8+ Kh7 44.Dg8+ Kg6 45.De8+ Kh7 46.Dg8+ Kg6 1/2-1/2

Ferner erzielte Rainer am Spitzenbrett nach langer Durststrecke wieder ein Remis gegen Vachier-Lagrave während Arnd Lauber an Brett 2 leicht und locker gegen Tregubov das zu seiner zweiten GM-Norm nötige Remis erzielte. Dazu nochmals herzlichen Glückwunsch! Evgeny Degtiarev an Brett 5 sorgte für einen der im Moment seltenen Fälle, wo uns Caissa im Moment hold war. Seine Stellung gegen Malakhatko nach 10 Zügen würde ich trotz sichtbarem schwarzem Entwicklungsvorsprung als verloren klassifizieren wollen: zu wenig Schwächen lassen sich meiner Meinung nach für den geopferten Bauern in der weißen Stellung ausmachen. Etwas geärgert wird sich eher Lars Thiede über seine Partie gegen Felix Levin haben. Nach beiderseits origineller Eröffnung stand Lars stets leicht besser und versuchte bis in die sechste Spielstunde hinein seinen Mehrbauern zu verwerten, aber ohne großen Erfolg. Dennes Abel verwechselte gegen Berelovich in einer scharfen Spanisch-Variante die Züge und landete schnell in einer passiven Lage mit unsicherem König und musste nach einem heftigen Mattangriff des Gegners aufgeben.
Somit konnte man sich auch diesmal nur über 2,5 Brettpunkte freuen und sich an der Hoffnung auf bessere Zeiten im nächsten Jahr vor dem treuen Berliner Publikum wärmen. Da muss es einfach besser werden. Auf dem Weg dahin sind ja noch einige Turniere , wo man das anscheinend verlernte Partiegewinnen üben kann.
Bis zur 10+11 Runde in Berlin alles Gute,
Ein frohes Fest und einen guten Rutsch in 2009 wünscht
Ilja Schneider

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erstellt am 19.12.2008

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