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Tabelle

RNG Verein MP
1. Griesheim 0
2. Delmenhorster SK 0
3. Nickelhütte Aue 0
4. OSG Baden-Baden 0
5. Bayern München 0
6. SF Berlin 0
7. Werder Bremen 0
8. Turm Emsdetten 0
9. SC Eppingen 0
10. Hamburger SK 0
11. SF Katernberg 0
12. Mülheim Nord 0
13. SC Remagen 0
14. SG Solingen 0
15. SG Trier 0
16. SV Wattenscheid 0
:: zur ausführlichen Tabelle

Ergebnisse

14. Runde
Erfurt 4 - 4 Berlin
Heidelberg-HSH 4 - 4 Katernberg
Baden-Baden 4.5 - 3.5 Mülheim
Hamburg 5.5 - 2.5 SC Remagen
Bremen 5.5 - 2.5 Solingen
Trier 3 - 5 Emsdetten
Eppingen 5.5 - 2.5 Wattenscheid
Bay München 4.5 - 3.5 König Tegel
 
15. Runde
König Tegel 4 - 4 Erfurt
Katernberg 1 - 7 Baden-Baden
Mülheim 4 - 4 Heidelberg-HSH
SC Remagen 2.5 - 5.5 Bremen
Solingen 6.5 - 1.5 Hamburg
Emsdetten 4.5 - 3.5 Eppingen
Wattenscheid 3 - 5 Trier
Berlin 4 - 4 Bay München
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Werder Bremen - OSC Baden-Baden

Ein absoluter Höhepunkt der bisherigen Saison war das Aufeinandertreffen zwischen Bremen und Baden-Oos am 5.Spieltag. In den Businesslogen des Weser-Stadions lieferten sich die beiden Spitzenteams einen offenen Schlagabtausch mit dem besseren Ende für die Baden-Badener. Pünktlich zu Weihnachten präsentiert die Schachbundesliga eine großmeisterliche Analyse von Philipp Schlosser, der als Spieler dabei war.



Als PGN-Datei runterladen

Online nachspielen

Als wir am Freitag nach Bremen aufbrachen, war der SV Werder Bremen noch die einzige verlustpunktfreie Mannschaft neben uns. Als der Wettkampf, von dem hier die Rede sein soll, dann am Samstag begann, war das schon anders: wie im Vorjahr hatte der vermeintlich schwächere Reisepartner aus Hamburg den Werderanern beide Punkte abgenommen!

Vergangene Saison spielte Werder ob aus Übermut oder aufgrund tatsächlicher Aufstellungsnöte "ohne Vier", diesmal war das Glück, das in der Vergangenheit so oft auf Seiten der Bremer gewesen war, am Ende auf Seiten der Hamburger, als Almira Skripchenko in der letzten Partie des Wettkampfs gegen Niclas Huschenbeth einen ganzen Turm stehen ließ.

Sicher war die Niederlage unseres Kontrahenten ein gutes Omen für uns, jedoch waren wir nach dem Auftaktwochenende der letzten Saison vorsichtig: Damals hatten wir noch am Freitag gesehen, wie die SG Porz gegen den Aufsteiger SC Remagen unter die Räder kam, nur um dann tags darauf zu erleben, wie sich die Hilgertmannen an uns schadlos hielten! Konkret zerbrachen wir uns über die Aufstellung den Kopf, in der Bremen antreten würde: Wer würde den Platz von Almira Skripchenko einnehmen? Luke McShane, Georg Meier oder Leonid Kritz? Oder sollte es gar zwei Auswechslungen geben? Immerhin konnten wir den Einsatz von Yannik Pelletier ausschließen, der in Khanty-Mansiysk zwar nicht am Brett aber im Schiedsgericht saß!

Um 13.45 standen die Paarungen fest:
Werder Bremen -OSC Baden-Baden
1 Luke McShane (s) - Vishwanathan Anand (w)
2 Zahar Efimeko (w) - Etienne Bacrot (s)
3 Alexander Areshchenko (s) - Francisco Vallejo Pons (w)
4 Laurent Fressinet (w) - Arkadij Naiditsch (s)
5 Zbynek Hracek (s) - Peter-Heine Nielsen (w)
6 Tomi Nyback (w) - Rustem Dautov (s)
7 Vlastimil Babula (s) - Philipp Schlosser (w)
8 Gennadij Fish (w) - Fabian Döttling (s)

An 3 Brettern (4, 7 und 8) hatte Bremen "Elovorteile" an 5 Brettern (1, 2, 3, 4 und 6) wir. Da diese Unterschiede nicht zu groß waren, sieht man einmal vom Spitzenbrett ab, ergab sich ein spannender, ausgeglichener Wettkampf, der durch die bessere Chancenverwertung vom OSC Baden-Baden für sich entschieden wurde. Setzte sich also am Ende doch nur die größere Elomasse durch? Nicht unbedingt, denn in zwei der drei entschiedenen Partien blieb am Ende der Eloschwächere siegreich!

Was das gebotene Schach betrifft, so kann man die gespielten Partien in zwei Gruppen einteilen:
A) Theoretisch interessant, praktisch aber ein wenig blutleer, weil fehlerlos - zumindest soweit ich es sehe (Brett 1, 2, 4 und 8). Mangelnder Kampfgeist ist den Akteuren hier aber keineswegs vorzuwerfen, schließlich wurden alle Partien des Wettkampfs bis zum Ende ausgespielt, nur ist eine Partie kaum ohne Fehler des Gegners zu gewinnen!
B) Interessanter, aber fehlerbehafteter Kampf (Brett 3, 5, 6 und 7). In diese Kategorie fallen neben den drei entschiedenen Partien des Wettkampfs auch die Partie zwischen Nielsen und Hracek.

Im Sinne des Spannungsaufbaus beginne ich mit einem Schnelldurchlauf der Kategorie A:

Brett 1


Wie schon in den beiden letzten Jahren hatte es "unser" Weltmeister am Spitzenbrett mit Luke McShane zu tun. Während er vergangenes Jahr mit Schwarz keine größeren Probleme hatte, den "Underdog" zu bezwingen, hielt der ?englische Torwart? seinerseits mit Schwarz dank der Berliner Variante und seiner Zähigkeit zweimal seinen Kasten sauber. Im Gegenteil hätte er vor zwei Jahren nach anfänglich miserabler Stellung zwischenzeitlich sogar gewinnen können. Dieses Wechselbad der Gefühle blieb diesmal nun allen erspart. Nur einmal, kurz vor Schluss wurde es knapp:

Anand-McShane nach 23.Sf3-e1:




Anand hatte gerade 23.Sf3-e1 gespielt, um den entscheidenden Vorstoß seines f-Bauern vorzubereiten. Spielen sie die Partie bitte nach und schauen sie sich an, wie sich McShane gegen diesen Plan zur Wehr setzte und wie Weiß die schwarze Verteidigung vielleicht nachhaltiger hätte in Frage stellen können!

Anand, Viswanathan (2801) - McShane, Luke James (2592) [C67]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.1), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.0?0 Sxe4 5.d4 Sd6 6.Lxc6 dxc6 7.dxe5 Sf5 8.Dxd8+ Kxd8 9.Sc3 h6

[9...Se7 10.h3 Lf5 11.Td1+ Kc8 12.Sd4 Lg6 13.Lf4 b6 14.e6 Kb7 15.Te1 f6 16.Tad1 Tc8 17.Td2 h5 18.Lh2 h4 19.Sf3 Le8 20.Td4 g5 21.Se4 Th6 22.Tdd1 Sf5 23.Sd4 Sxd4 24.Txd4 Le7 25.f4 gxf4 26.Lxf4 Tg6 27.Td2 Tg7 28.Kh1 Td8 29.Txd8 Lxd8 30.Ld6 f5 31.e7 Lxe7 32.Lxe7 fxe4 33.Lxh4 Lg6 34.c3 Tf7 35.Kg1 c5 36.Lg5 Kc6 37.Le3 Kb5 38.Td1 Kc4 39.Kh2 a5 40.Kg3 a4 41.a3 Lh5 42.Td2 Tf1 43.Kh4 Te1 44.Lf4 Le8 45.Lg3 Tb1 46.Lf4 Kb3 47.g4 Txb2 48.Td8 Lb5 49.Kg5 Tg2 50.c4 Lxc4 51.Lxc7 b5 52.Lb6 Kxa3 53.Lxc5+ Kb3 54.Te8 a3 55.Txe4 a2 56.Ld4 Tg1 57.h4 a1D 58.Lxa1 Txa1 59.h5 Th1 60.Kh6 Kc3 61.Te3+ Kd2 62.Te7 Le2 63.Te4 Kd3 64.Tf4 Kc3 65.Te4 Ld1 66.Kg7 b4 67.h6 b3 68.Te3+ Kd4 69.Txb3 Lxb3 70.h7 Txh7+ ½?½ Anand,V (2788)-McShane,L (2605)/Germany 2006]

10.h3 Ld7 11.b3 Se7 12.Lb2 c5 13.Tad1 Kc8 14.Td2 b6 15.Se2

[15.Tfd1 Le6 16.Se2 g5 17.Td8+ Kb7 18.Txa8 Kxa8 19.h4 g4 20.Se1 Sc6 21.Sf4 Lf5 22.Sd5 Lg7 23.Sxc7+ Kb8 24.Sd5 Td8 25.c4 Lxe5 26.Lxe5+ Sxe5 27.Kh2 Sc6 28.Sd3 Te8 29.Se3 Lc8 30.Sf4 Sd4 31.b4 Te4 32.Sfd5 Sf5 33.Sxf5 Lxf5 34.bxc5 Txc4 35.cxb6 axb6 36.Se3 Tc5 37.Td6 Le6 38.Txb6+ Kc7 39.Tb4 Lxa2 40.Txg4 Kd7 41.Te4 Le6 42.f4 f5 43.Td4+ Ke7 44.Kg3 Tc3 45.Kf2 Ta3 46.Tb4 Ta2+ 47.Kf3 Ta3 48.Tb5 Kf6 49.Te5 Ta2 50.Tc5 Ta3 51.Kf2 Ta4 52.Kg3 Ta3 53.Kf3 Kf7 54.Ke2 Ta2+ 55.Tc2 Ta4 56.g3 Ta3 57.Td2 Kf6 58.Td3 Ta2+ 59.Kf3 Ke7 60.Sd1 Ld7 61.Ke3 Le6 62.Sc3 Tg2 63.Kd4 Tb2 64.Ke5 Tb3 65.Td6 Lf7 66.Tc6 Le8 67.Sd5+ Kf7 68.Tc7+ Kf8 69.Tc3 Tb5 70.Tc8 Kf7 71.Tc7+ Kg6 72.Ke6 Tb8 73.h5+ Kxh5 74.Tg7 1?0 Socko,B (2583)-Grabarczyk,M (2487)/Poznan 2005]

15...Sg6 16.Tfd1 Le6 17.Sg3 Kb7

[17...Sf4 18.Td8+ Kb7 19.Txa8 Kxa8 20.c4 g5 21.Lc1 Sg6 22.Sh5 g4 23.hxg4 Lxg4 24.Sf4]

18.Sh5 Tg8 19.Td8 Txd8 20.Txd8 c6 21.g4 Kc7 22.Td1 Le7 23.Se1 Sh4 24.Kh2

[24.f4 g6 25.Sf6 Lxf6 26.exf6 h5! 27.Le5+ Kb7 28.Td6! hxg4
a) 28...Te8 29.f5!± gxf5 (29...Lc8 30.Lg3; 29...Lxf5 30.Lg3) 30.Lg3 Sg6 31.gxh5 Sf8 32.Sf3 Sh7 (32...f4 33.Lxf4 Lxh3 34.Sg5 Lg4 35.h6) 33.h6 Tg8 (33...Sxf6 34.Le5 Sh7 35.Kf2) 34.Kh2;
b) 28...Lc8 29.Kf2 hxg4 30.hxg4 Lxg4 31.Kg3 Sf5+ 32.Kxg4 Sxd6 33.Lxd6; 29.Txe6 fxe6 30.Ld6 gxh3 31.f7 Th8 32.f8D Txf8 33.Lxf8 Sf5 Zwar hat Weiß hier eine Figur (gegen 3 Bauern) mehr, jedoch ist der Lf8 gefangen und das Gewinnmaterial bereits reduziert. Bei der gemeinsamen Analyse hielten die beiden Spieler den Remisausgang für wahrscheinlich.]

24...g5 25.f4 gxf4 26.Sxf4 Lg5 27.Lc1 c4 28.Sxe6+ fxe6 29.Lxg5 hxg5 30.bxc4 Tf8 31.Kg1 Tf4 32.Td6 Te4 33.Sd3 Txc4 34.Txe6 Txc2 35.Te7+ Kd8 36.Txa7 Sf3+ 37.Kf1 Sh2+ 38.Ke1 Sf3+ 39.Kf1 Sh2+ ½?½

Brett 2

Efimenko-Bacrot nach 23...Ld7-c6:




Obwohl Efimenko in einem Antimarschall seinen Anzugsvorteil lange Zeit in Form einer etwas aktiveren Stellung festhalten konnte, gelang es ihm nie, Bacrot ernsthafte Probleme zu bereiten. Das Remis im 57.Zug war die logische Folge. Interessant, dass Etienne sich tags darauf gegen Gustafsson auf der anderen Seite des Bretts auf einer benachbarten "Baustelle" des Antimarschalls wiederfand. Mit Weiß konnte er zwar erheblich mehr Druck aufbauen und zwischenzeitlich wohl auch gewinnen, allein das Ergebnis am Ende war das gleiche! Sehen Sie sich bitte beide Partien mit einigen aktuellen Referenzen am Brett an!

Efimenko, Zahar (2624) - Bacrot, Etienne (2695) [C84]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.2), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0?0

[5.d3 b5 6.Lb3 Le7 7.a4 Tb8 8.axb5 axb5 9.Sc3 0?0 10.0?0 d6 11.Sd5 Sxd5 12.exd5 Sd4 13.Sxd4 exd4 14.Ld2 Ld7 15.Ta5 15...Ta8
(15...Te8 16.Te1 Ta8 17.Da1 Kf8 18.Te4 Lf5 19.Te1 Db8 20.Da3 Txa5 21.Dxa5 Ld8 22.Txe8+ Kxe8= ½?½ Naiditsch,A (2676)-Delchev,A (2628)/ECC Fügen 2006 (68);
15...Tb7 16.Te1 Lg5 17.Te4 Lf6 18.Da1 Lf5 19.Te1 Le5 20.h3 Dh4 21.Dd1 0?1 Naiditsch,A (2639)-Carlsen,M (2714)/World-Cup Khanty-Mansiysk 2007 (46)) 16.Da1 Dc8 17.Da2 Db7 18.Ta1 Txa5 19.Dxa5 Tc8 20.Da7 Dxa7 21.Txa7 Kf8 22.La5 Ld8 23.Kf1 ½?½ Bacrot,E (2695)-Gustafsson,J (2606)/BL 0708 (58)]

5...Le7 6.d3 b5 7.Lb3 d6 8.a4 Ld7 9.Ld2 0?0 10.axb5 axb5 11.Sc3 Txa1

[11...Sd4 12.Sxd4 Txa1 13.Dxa1 exd4 14.Se2 c5 15.Lg5 Sd5 16.Lxd5 Lxg5 17.Da6 Dc7 18.f4 Lh4 19.g3 Lf6= ½?½ Rodshtein,M (2615)-Gustafsson,J (2606)/World-Cup Khanty-Mansiysk 2007 (51); 11...Sa5 12.Sd5 Sxd5 13.Lxd5 c6 14.La2 Sb7 15.b4 Kh8 16.c4 bxc4 17.Lxc4 Lg4 (17...Txa1 18.Dxa1 Lg4 19.Da7 Lxf3 20.gxf3 d5 21.exd5 cxd5 22.Dxb7 dxc4 23.dxc4± 1?0 Kobalia,M (2639)-Giorgadze,G (2610)/Torrelavega 2007 (28)) 18.Txa8 Dxa8 19.h3 Lh5 20.g4 Lg6 21.Da1 1?0 Kobalia,M (2634)-Korotylev,A (2616)/Krasnoyarsk 2007 (77); 11...Tb8 12.h3 Dc8 13.Lg5 Sb4 14.De2 h6 15.Ld2 Le6 16.d4 Lxb3 17.cxb3 De8 18.Tac1 Ld8 19.d5 Sa6 20.Le3± 1?0 Kosintseva,N (2475)-Shen Yang (2439)/Nizhniy Novgorod 2007 (60)]

12.Dxa1 Db8 13.Sd5 Sxd5 14.Lxd5 Sd8

[14...Lf6 15.h3 Se7 16.Lb3 Da8 17.Sg5 Lxg5 18.Lxg5 Sc6 19.c3 Le6= ½?½ Galkin,A (2608)-Ivanchuk,V (2787)/World-Cup Khanty-Mansiysk 2007 (42)]

15.Le3 c6 16.Lb3 Se6 17.c3 Db7 18.d4 Ta8 19.Dd1 exd4 20.cxd4 Sf8 21.h3 c5 22.dxc5 dxc5 23.Ld5 Lc6= 24.Se5 Lxd5 25.exd5 Ld6 26.Sc6 Sg6 27.Df3 Dd7 28.b3 Se7 29.Tc1 Tc8 30.Lxc5 Sxd5 31.Lxd6 Dxd6 32.Td1 Dxc6 33.Dxd5 De8 34.Dd7 f6 35.Db7 Tb8 36.Dd5+ Kh8 37.Kf1 h6 38.Te1 Dd8 39.Dxd8+ Txd8 40.Ke2 Kg8 41.Tc1 Td5 42.Tc8+ Kf7 43.Tc7+ Kg6 44.Ke3 h5 45.h4 Te5+ 46.Kd3 Td5+ 47.Ke3 Te5+
½?½


Brett 4

Fressinet-Naiditsch nach 19.Lc2-b3:




Auch diese Partie war spanisch eröffnet worden. Die vorliegende Stellung war bereits wiederholt Diskussionsgegenstand auf höchstem Niveau gewesen: immer hatte Schwarz 19...d5 gespielt und alle Partien endeten friedlich. Arkadij variierte das schwarze Spiel nun, indem er zuerst auf b3 die Läufer tauschte und erst anschließend den d-Bauern zog. Zwar konnte Fressinet darauf ein Doppelturmendspiel mit einem Mehrbauern erreichen, jedoch war dies aufgrund seiner Schwächen kaum zu gewinnen - Remis im 36.Zug.

Fressinet, Laurent (2654) - Naiditsch, Arkadij (2639) [C90]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.4), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]


1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0?0 Le7 6.d3 b5 7.Lb3 d6 8.c3 0?0 9.Sbd2 Sa5 10.Lc2 c5 11.Te1 Sc6 12.Sf1 Te8 13.h3 h6 14.Sg3 Le6 15.d4 cxd4 16.cxd4 exd4 17.Sxd4 Sxd4 18.Dxd4 Tc8 19.Lb3 Lxb3N

[19...d5 20.e5 Sd7 21.Sh5 Sc5 22.Lc2 Sd7 23.Lb3 Sc5 24.Le3 Sxb3 25.axb3 Lc5 26.Dd2 Lxe3 27.Txe3 Dh4 28.Sg3 d4 29.Td3 Tc5 30.Txd4 Dg5 31.Dxg5 hxg5 32.b4 Txe5 33.Txa6 f5 34.Ta7 Kf8 35.h4 gxh4 36.Txh4 Te7 37.Ta8+ Kf7 38.Tb8 Tc7 39.Thh8 Tc4 40.f3 g6 41.Th6 Kg7 42.Thh8 Lf7 43.Thc8 Txb4 44.Tc7 Kf6 45.Tb6+ Te6 46.Tbb7 Le8 47.Tc2 Te1+ 48.Sf1 Tb1 49.Tc8 Tc4 50.Txe8 Tcc1 51.Txb5 Txf1+ 52.Kh2 Kg5 53.Kg3 Tbc1 54.Tb4 Tc6 55.Tf8 Tf6 56.Txf6 Kxf6 57.Tb6+ Kg5 58.f4+ Kh6 59.b4 Tb1 60.Tb8 Tb3+ 61.Kh4 Tb2 62.Kh3 Tb3+ 63.g3 g5 64.fxg5+ Kxg5 65.Kg2 Kg4 66.Tg8+ Kh5 ½?½ Svidler,P (2728)-Aronian,L (2744)/Monte Carlo 2007]

20.axb3 d5 21.e5 Lc5 22.Df4 Se4 23.Sxe4 dxe4 24.Txa6

[24.Dxe4 Dd4=]

24...Dd3 25.Dxe4 Lxf2+ 26.Kxf2 Tc2+ 27.Kg1 Dxe4 28.Txe4 Txc1+ 29.Kh2 Tc2 30.Tb6 Txb2 31.Txb5 Te7 32.b4 Kh7 33.Tc5 Te6= 34.Tcc4 g5 35.Te3 f6 36.Tee4
½?½


Brett 8

Fish-Döttling nach 17....c6-c5 18.dxc5 Dd8-b8:




Döttling hatte als Nachziehender in einer Tartakowervariante erfolgreich das Zentrum für seine Läufer geöffnet, so dass Fish hier genau fortsetzen musste, um nicht in Nachteil zu geraten. Er tat dies und die Partie endete im 24.Zug Remis. Witzig: In der ersten (!!) Saison der eingleisigen Bundesliga gab es 1980 eine zwischen Chandler und Spassky gespielte Vorläuferpartie. Spassky spielte später etwas anders, Chandler reagierte falsch, geriet in Nachteil konnte die Partie am Ende aber doch noch retten...

Fish, Gennadij (2546) - Doettling, Fabian (2541) [D58]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.8), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Le7 4.Sf3 Sf6 5.Lg5 h6 6.Lh4 0?0 7.e3 b6 8.Le2 Lb7 9.Lxf6 Lxf6 10.cxd5 exd5 11.Db3 c6 12.Td1 Te8 13.0?0 Sa6 14.Tfe1 Sc7 15.Lf1 Se6 16.e4 dxe4 17.Txe4 c5 18.dxc5 Db8 19.Sd5 Lxd5 20.Txd5

[20.Dxd5?? Td8 21.Db3 Sxc5 22.Txd8+ Dxd8?+]

20...Sxc5 21.Txe8+ Dxe8 22.Db4 Td8

[22...De6 23.Dd2? Se4 ½?½ Chandler,M (2455)-Spassky,B (2635)/Bundesliga 1980/81 (44)]

23.Db5 Dxb5 24.Txd8+

[24.Lxb5?? Txd5 25.Kf1 Lxb2?+]
½?½

Kategorie B: Jetzt gibts Blut! Während ich mich in der Kategorie A bei der Vorstellung der Partien an die Brettfolge hielt, präsentiere ich die Partien nun chronologisch, in der Reihenfolge ihrer Beendigung.

Brett 7

Schlosser-Babula nach 19.Td1-d2:




In einer Englischen Partie hatte ich mich als Anziehender zunächst verhalten, aber solide aufgebaut. Dagegen hatte Babula eine aggressive, raumgreifende Aufstellung gewählt. Jedoch harmonierten bereits hier einige seiner Züge 16...f7-f5, 17...Dd8-e7 und 18...Lc7-b6 nicht gut miteinander. Dennoch wäre noch nichts Weltbewegendes passiert, wenn nicht noch die vierte Ungenauigkeit in Folge das Fass zum Überlaufen gebracht hätte. Knapp bei Zeit spielte Babula das an sich natürliche 19...Ta8-d8 übersah dabei aber die weiße Drohung 20.Sf3-h4!, wonach es dem Nachziehenden nicht mehr gelingt, seine zahlreichen Schwachpunkte befriedigend zu überdecken. Wenn es etwas ausführlicher sein soll, sehen Sie sich die Partie bitte auf dem Brett an!

Schlosser, Philipp (2579) - Babula, Vlastimil (2596) [E36]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.7), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]

1.c4 Sf6 2.Sc3 e5 3.Sf3 Sc6 4.a3!? d5 5.cxd5 Sxd5 6.Dc2 Sxc3 7.bxc3 Ld6 8.g3 0?0 9.Lg2 Te8 10.d3 Sa5 11.0?0 c5 12.c4

(12.Sg5?! Le7!;
12.Sd2! Lf5 13.c4 Sc6 14.Se4 Lf8 15.Tb1;
12.Le3 Lf5 13.Sg5 Le7 14.Se4 c4)

12...Sc6 13.Lb2

(13.e3!? Lf5 14.Sd2)

13...Lg4

[13...Sd4 14.Sxd4 exd4 15.e3 dxe3 16.fxe3 Dg5 (16...Txe3? 17.Txf7! Kxf7 18.Df2+-) 17.Tae1 Te7 (17...Txe3?? 18.Lc1!+-) ]

14.h3?! Lh5 15.e3 Lc7! 16.Tfd1

(16.Lc3 La5=)

16...f5?!

(16...Df6 17.g4 Lg6 18.Sd2; 16...Dd7 17.g4 Lg6 18.Sh4; 16...La5!? 17.Tab1 De7=)

17.Lc3 De7?!

(17...Tb8!?)

18.Db2?!

[18.Tdb1! Babula 18...Tab8 (18...Lb6 19.Sh4 Dd7 20.a4±) 19.Sh4 Tf8 20.Ld5+ Kh8 21.Lxc6!? bxc6 22.Txb8 Lxb8 (22...Txb8 23.Sxf5±) 23.Tb1 Dd7
a) 23...Ld6 24.e4;
b) 23...g6 24.Tb3 Kg8 25.Db2 Lc7 26.Tb7 Dd6 (26...f4 27.Sg2 fxg3 28.fxg3 Df7 29.Kh2 e4 30.dxe4 Lf3 31.Sf4 Lxe4 32.La5 Le5 33.Dxe5 Dxb7 34.Lc3) 27.Txa7 Tb8 28.Tb7±; 24.Db2 Te8 25.Dxb8 Txb8 26.Txb8+ Le8 27.Sxf5+-]

18...Lb6?!

(18...Tab8; 18...La5!=)

19.Td2 Tad8?

(19...La5 20.Lxa5 Sxa5 21.Sh4 Dd7 22.Dc3 Sc6 23.Ld5+ Lf7 24.Lxc6!? bxc6 25.Tb1; 19...Lf7 20.Sh4 g6 21.Db5)

20.Sh4! g6

(20...Tf8 21.Ld5+ Kh8 22.Lxc6 bxc6 23.Lxe5 La5 24.Lc3±; 20...Lg6 21.Ld5+ Kh8 22.Sxg6+ hxg6 23.Db5±; 20...Dd7 21.a4!±; 20...De6 21.Ld5 Txd5 22.cxd5 Dxd5 23.Sxf5±)

21.Ld5+ Kf8 22.Sg2! g5 23.f4± La5 24.Lxa5 Sxa5 25.Tf1 Kg7 26.Tdf2 Lg6 27.e4+- gxf4 28.gxf4 Tf8 29.fxe5

(29.fxe5 fxe4 30.e6+ Kh6 (30...Kg8 31.Tf7) 31.Dd2+ Kg7 32.Dxa5)
1?0

Brett 5

Nielsen-Hracek nach 17....Dd8-c7:




In einem Nimzoinder mit g3 hatte Nielsen das Läuferpaar aufgegeben und einen scheinbar hässlichen Doppelbauern in Kauf genommen, um den schwarzen Damenflügel unter Druck zu setzen. Hracek hatte sich jedoch gut verteidigt und hat in der Diagrammstellung das gröbste überstanden. Statt sich nun einfach auf b7 zu bedienen, spielte der Anziehende 18.De3-f4?? um seine Druckstellung weiter aufrecht zu erhalten. Hracek reagierte darauf zunächst noch richtig mit 18....Ld7-a4!, übersah aber nach 19.Td1-d2 den zu einem Figurengewinn führenden Zwischenzug 19...e6-e5! 20.Dxe5 Tfd8 -+! Gewiss Glück für unseren Dänen, der den beidseitigen Doppelfehler erst abends bemerkte, als er die Partie noch einmal am PC durchsah, jedoch relativiert sich dies, wenn man bedenkt, dass er vorher und nachher ebenfalls chancenreiche Möglichkeiten ausließ. Insofern halte ich das Remis im 41.Zug letzten Endes für leistungsgerecht. Wenn es etwas ausführlicher sein soll, sehen Sie sich die Partie bitte auf dem Brett an!

Nielsen, Peter-Heine (2626) - Hracek, Zbynek (2598) [E20]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.5), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3 c5 4.Sf3 cxd4 5.Sxd4 Lb4+ 6.Sc3 Se4 7.Dd3 Sxc3 8.bxc3 Le7 9.Lg2 0?0 10.0?0 Sa6 11.Td1 Sc5 12.De3 d6?!

(12...Sa4! 13.Tb1 Da5)

13.La3 Ld7

(13...Da5? 14.Lb4± Dc7 (14...Da4 15.Sf5!) 15.Sb5 Db6 16.Sxd6! Lxd6 17.Txd6 Dxd6 18.Lxc5; 13...Te8 14.Lxc5 dxc5 15.Sf5 Dc7 16.Sxe7+ Dxe7 17.Tab1±)

14.Tab1 Tb8 15.Lxc5 dxc5 16.Sb5

(16.Sc6!? bxc6 17.Txb8 Dxb8 18.Txd7 Db1+ 19.Lf1)

16...a6 17.Sd6 Dc7 18.Df4??

(18.Sxb7 La4 19.Tdc1)

18...La4! 19.Td2?!

(19.Sxb7 Dxf4 20.gxf4 Lxd1 21.Txd1; 19.Sf5 Ld8)

19...Lxd6??

(19...e5! 20.Dxe5 Tfd8?+)

20.Txd6 Tfd8? 21.Txd8+

(21.Txb7! Txb7 22.Txd8+ Dxd8 23.Lxb7±)

21...Dxd8 22.h4 b6 23.Tb2! h6 24.Td2 Dc8 25.g4

(25.Le4! Le8 26.Dd6±)

25...b5 26.cxb5 Lxb5 27.g5 hxg5 28.hxg5 Le8 29.Le4 Tb6 30.Td3 Tb1+ 31.Kh2

(31.Kg2!± Lc6 32.Lxc6 Dxc6+ 33.e4)

31...Db8! 32.Dxb8

(32.Kg3!?)

32...Txb8 33.Td6 a5 34.Ta6 a4 35.e3 Kf8 36.Kg3 Tb2 37.Lc6 Lxc6 38.Txc6 Txa2 39.Txc5 Tc2 40.Ta5 Txc3 41.Txa4 ½?½

Brett 6

Nyback-Dautov nach 11.Lg5-f4:




Noch wenige Tage zuvor hatte van Wely beim World-Cup in Khanty-Mansiysk so mit Weiß gespielt und in der Folge eine nette Partie gewonnen. Offensichtlich gedachte Nyback das Vorbild des Holländers zu kopieren, jedoch griff er nach der besseren Antwort Dautov's 11...Sf6-h5! mit 12.cxd5? strategisch völlig daneben! In der Folge entstand eine Karlsbader Struktur mit einigen Variationen, die ausnahmslos günstig für Schwarz waren:
1. Aufgrund des nach a5 vorgerückten Randbauern steht Weiß nicht der sonst für diese Struktur typische Minoritätsangriff mit b4-b5 zur Verfügung. Gewissermaßen ist sein Flügel also tot, während Schwarz am Königsflügel spielen kann!
2. Schwarz erlangt den Vorteil des Läuferpaars. Der Lc8 wurde durch den Abtausch auf d5 befreit, der Le7 wird auf d6 ein tolles Plätzchen finden, von wo er den Angriff auf den weißen Königsflügel bestens unterstützt!
3. Der auf g3 entstehende Doppelbauer bietet eine willkommene Angriffsmarke für den schwarzen h-Bauern.
Völlig unverständlich für mich ist, warum Nyback dennoch nach 12....exd5 13.Lf4-g3 Sxg3 14. hxg3 Sd7-f6 das ihm angebotene Remis ablehnte. Danach folgte, was folgen musste: Schwarz bereitete seinen Angriff am Königsflügel vor und entschied die Partie auf diesem Brettabschnitt für sich. Wenn es etwas ausführlicher sein soll, sehen Sie sich die Partie bitte auf dem Brett an!

Nyback, Tomi (2565) - Dautov, Rustem (2590) [D15]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.6), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]

1.d4 Sf6 2.c4 c6 3.Sc3 d5 4.Sf3 a6 5.a4 e6 6.Lg5 Sbd7 7.a5 Lb4 8.Da4 Le7 9.e3 0?0 10.Db3 h6 11.Lf4 Sh5!

[11...dxc4 12.Lxc4 Sd5 13.Lg3 b5 14.axb6 S7xb6 15.Le2 c5 16.0?0 1?0 Van Wely,L (2679)-Nguyen Ngoc Truong Son (2530)/Khanty-Mansiysk 2007 (57)]

12.cxd5?

(12.Le5 Shf6=;
12.Lg3 Sxg3 13.hxg3 Dc7 14.Ld3 dxc4 15.Dxc4 b5 16.axb6 Sxb6 17.Da2 c5=)

12...exd5

[12...Sxf4!? 13.dxc6 (13.exf4 cxd5 14.Ld3 Sb8!) 13...Sxg2+ 14.Lxg2 bxc6]

13.Lg3 Sxg3 14.hxg3 Sf6 15.Ld3 Ld6 16.0?0 Tb8 17.Dc2 Te8 18.Sd2 Le6 19.Tfb1 De7 20.Sa4 Sd7 21.Sb3 h5 22.Sac5?! Sf8 23.Sd2 h4 24.gxh4 Dxh4 25.Sf3 Dh5 26.Sxe6?

[26.Se5 Lxe5 27.dxe5 Dxe5 28.Ta4 Sd7; 26.Ta4 Lh3!? (26...Sd7 27.Sxb7! Txb7 28.Dxc6 Tb4 29.Txb4 Lxb4 30.Se5 Sf6 31.Dxa6) ]

26...Txe6? 27.Kf1 Sg6 28.Sg1?

(28.Kg1 Tbe8; 28.Lxg6 Txg6)

28...Dh1?+ 29.Dd1

(29.g3 Tf6 30.Lxg6 Txg6 31.Df5 Lxg3 32.Ke2?+)

29...Lh2 30.Ke2 Txe3+!

(30...Dxg2?! 31.Df1 Dg4+ 32.Kd2)

31.Kxe3

(31.fxe3 Dxg2+ 32.Ke1 Lg3#)

31...Lf4+ 32.Ke2

(32.Kf3 Dh5+ 33.g4 Dh1+ 34.Ke2 Te8+)

32...Te8+ 33.Le4 Dxg2 34.Kd3 Dxf2

(34...Dxe4+?! 35.Kc3 c5 36.Ta4?+; 34...dxe4+?! 35.Kc2 e3 36.Df3 Dxf3 37.Sxf3 exf2 38.Se5 Sxe5 39.dxe5 Txe5 40.Tf1?+)

35.De1 dxe4+

(35...Dh2 36.De2 Dg3+ 37.Kc2 Txe4 38.Df1?+)

36.Kc4 Dg2 37.De2 Dg5 38.Kc3 c5 39.dxc5

(39.d5 Se7 40.Kb3 Dg3+ 41.Ka2 Sxd5?+)

39...Dxc5+ 40.Kb3 Tc8 41.Td1 Le3 42.Sh3

[42.Ta4 Sf4 (42...Lxg1?! 43.Dxe4 Lh2 44.Td5?+) 43.Dc4 Sd3 44.Dxc5 Sxc5+ (44...Txc5?! 45.Txe4 Sc1+ 46.Ka4 Lxg1 47.Txg1=; 44...Lxc5?! 45.Tc4?+) 45.Ka3 Sxa4 46.Kxa4 Tc2?+]

42...Se5

[42...Se5 43.Sf2 f5?+ (43...Lxf2?! 44.Tac1 Dxc1 45.Txc1 Txc1 46.Dxf2) ]
0?1

Brett 3

Vallejo Pons-Areshchenko nach 18.Lg2-h3:




Zu guter Letzt, eine Partie, die im Grunde genommen nur aus Fehlern und Irrtümern zu bestehen scheint! Um die von seinem jungen ukrainischen Gegner bevorzugte Najdorfvariante zu vermeiden, hatte Vallejo Pons zunächst 2.Se2 gespielt und war dann in einen geschlossenen Sizilianer übergegangen. Die Partie entwickelte dann rasch ein eigenes Gesicht. In der Diagrammstellung hatte sich Paco zu Beginn des Mittelspiels zwar die besseren Chancen erarbeitet, Entscheidendes sollte aber noch nicht passiert sein. Interessant ist aber, dass ausgerechnet der logische von Areshchenko gespielte und auch von den Analysemodulen bevorzugte Zug 18...Tb8-a8 darauf der entscheidende Fehler sein sollte!!
Paco setzte zunächst richtig mit 19.Txa8 Lxa8 20.Lxe5 dxe5 21.Sf6+!! fort. Ein schönes, aber keineswegs überraschendes Opfer, das Schwarz nicht einmal annehmen darf! Dennoch kommt Fritz 11 erst auf Suchtiefe 17 zu dem Schluss, dass es sich um die stärkste Fortsetzung für Weiß handelt, wenn man ihn nach dem 20.Zug rechnen lässt und selbst dann sieht er Weiß nur einen "halben Bauern" im Vorteil. Wie so oft in solchen Fällen steigen die Werte des Angreifers aber schnell an, wenn das Programm tiefer rechnet oder die ersten Züge auf dem Brett erscheinen.

Vallejo Pons-Areshchenko nach 26...Dd6-f8:




Obwohl Paco hier bereits eine erste Gewinnfortsetzung ausgelassen hatte, die ihm einfach zwei Mehrbauern eingebracht hätte, ist hier noch alles im Lot. Er hätte hier nur einfach 27.Tf2-f3 spielen müssen, um die Bauernkette d3-e4 zu behaupten und den La8 dauerhaft vom Spiel auszuschließen. Noch stärker wäre sogar 27.Tf2-c2! gewesen, weil Weiß dann auf das Schlagen des Bauern d3 einen zwingenden Gewinn hat. Jedoch war das in Zeitnot, die hier bereits herrschte, nicht leicht zu sehen. In der Partie ging es dagegen mit 27.Dxe5? Txd3! weiter und Schwarz mischte wieder mit. In der Folge wurde der weiße König zum Angriffsobjekt und obwohl die Stellung für Weiß keineswegs schlechter war, war sie doch leichter für Schwarz zu spielen.

Vallejo Pons-Areshchenko nach 41.Lf5-h3:




Ob die vorausgegangen Zugwiederholungen tatsächlich so gespielt worden waren, oder bei der Rekonstruktion der Partie nach der Zeitnotphase einvernehmlich so erfunden wurden, ist mir leider nicht bekannt. Ich nehme allerdings das zweite an, da von verschiedener Seite zu hören war, dass Paco eigentlich die Zeit überschritten habe - schon ein starkes Stück, wenn derlei bei Mannschaftswettkämpfen dieses Kalibers mit Schiedsrichter nicht zweifelsfrei festzustellen ist! Wie auch immer, hier machte das am Ende keinen Unterschied mehr aus, denn Paco brachte nach den vorangegangenen Wirrungen seine Nerven nicht mehr unter Kontrolle und verlor eine durchaus noch haltbare Stellung am Brett. Wenn es etwas ausführlicher sein soll, sehen Sie sich die Partie bitte auf dem Brett an!

Vallejo Pons, Francisco (2660) - Areshchenko, Alexander (2638) [B24]
Bundesliga 0708 Weserstadion Business-Loge (5.3), 08.12.2007

[Philipp Schlosser]

1.e4 c5 2.Se2 Sf6 3.Sbc3 d6 4.g3 e5 5.Lg2 Le7 6.d3 Sc6 7.0?0 0?0 8.f4 Sd4 9.h3 Tb8 10.a4 a6 11.g4 b5 12.axb5 axb5 13.g5 Sxe2+ 14.Dxe2 Sd7 15.Sd5 exf4 16.Lxf4 Se5 17.h4 Lb7 18.Lh3 Ta8?

[18...Lxd5 19.exd5 f6]

19.Txa8 Lxa8 20.Lxe5 dxe5 21.Sf6+!! Lxf6

(21...gxf6 22.Dh5 Dd4+ 23.Kh2+-;
21...Kh8 22.Sxh7! Kxh7 23.Dh5+ Kg8 24.g6 fxg6 25.Le6+ Tf7 26.Lxf7+ Kf8 27.Dh8#)

22.gxf6 c4

(22...Dd4+ 23.Kh2 g6 24.h5 Dd6 25.De3 Kh8 26.b4 cxb4 27.hxg6 fxg6 28.Da7 Tg8 29.Kg3+-)

23.Tf2?!

(23.Dh5! Kh8 24.fxg7+ Kxg7 25.Dxe5+ f6 26.Dxb5 Dd4+ 27.Kh1+-)

23...cxd3

(23...gxf6? 24.Lf5 Te8 25.De3±)

24.cxd3 Dd6

[24...g6!? 25.De3 Kh8 26.Dc5 Kg8 (26...Te8 27.Dxb5±) 27.Tf3 Te8 28.h5]

25.De3± Td8 26.Dg5 Df8

(26...g6 27.Dh6 Df8 28.Dxf8+ Txf8 29.Tc2±)

27.Dxe5?

[27.Tc2!+- g6 28.Dxe5 Txd3 29.Tc7 (29.Le6!?) 29...Txh3 (29...Td8 30.Txf7!) 30.De7 Lc6 31.Txc6 Da8 32.Kf2; 27.Tf3!?± g6 (27...Td6 28.Kf2!?) 28.Dxe5]

27...Txd3 28.fxg7 Td1+ 29.Lf1 Dd8 30.h5 Te1

(30...Lc6!?)

31.Df5?!

(31.Df4! De8 32.h6 Lxe4 (32...Txe4? 33.Lxb5!+-) 33.Dd6 Lg6 34.Te2 Txe2 35.Lxe2±)

31...Dc7 32.Dxb5?! Dg3+?!

(32...Txe4! 33.Dg5 Te5)

33.Tg2= De3+ 34.Kh2 Df4+ 35.Kg1 De3+

(35...Txe4 36.Dg5 Dd6 37.Td2 Db6+ 38.Kh2=)

36.Kh2 Df4+ 37.Tg3

(37.Kg1=)

37...Txe4 38.Lg2 Dh4+ 39.Lh3

(39.Th3 Df4+ 40.Tg3=)

39...Df4 40.Lf5

(40.Lg2=)

40...Dh4+ 41.Lh3 Dd8 42.Dd3 Td4 43.Da3 Td2+ 44.Kg1 Db6+ 45.De3??

(45.Te3 Td8 46.Db3)

45...Td1+?+ 46.Lf1 Dc6 47.De2

(47.Df3 Dxf3 48.Txf3 Lxf3 49.Kf2 Lxh5 50.b3?+)

47...Tc1?

(47...Dh1+! 48.Kf2 Dh2+ 49.Tg2 Lxg2 50.Lxg2 Df4+ 51.Lf3 Td2?+)

48.Tc3 Dh1+ 49.Kf2 Dh4+ 50.Kg1 Dg5+ 51.Kh2 Df4+ 52.Kg1 Txc3 53.bxc3 Dg3+ 54.Lg2 Lxg2 55.Dxg2 Dxc3 56.Kh1??

(56.Dd5)

56...Da1+?+ 57.Kh2 De5+ 58.Dg3 Dxh5+

(58...Dxh5+ 59.Kg1 Dg6?+)
0?1

Résumé:

Der OSC Baden-Baden gewann knapp, aber durchaus verdient gegen Werder Bremen. Glück und Pech, sprich die beiderseits vergebenen Chancen hielten sich die Waage. Interessant scheint mir abschließend noch zu sein, dass Till-Schelz Brandenburg in seinem Vorbericht, die bisherigen Ergebnisse zwischen den beiden Mannschaften geschönt darstellt: "Sieht man einmal von der letzten Seuchensaison ab, in der wir beim 6:2 keine Chance hatten, so waren die Matches gegen die stets favorisierten Badenser [ist das nicht ein Schimpfwort?] immer knapp und umkämpft wie etwa in der Saison 2005/06 beim 4:4 in Hamburg, als Luke McShane keinen geringeren als Vishy Anand mit einer relativ einfachen Zugfolge zur Aufgabe hätte zwingen können, diese aber verfehlte und ins Remis einwilligen mußte."
Tatsächlich gewann Werder den ersten der inzwischen 6 Wettkämpfe gegen den OSC 4,5-3,5 und remisierte einmal 2005/06. Alle übrigen Wettkämpfe gewann der OSC, je zweimal 4,5-3,5 und 6-2. Wagt man den Blick in die Vergangenheit, so würde ich einen Angstgegner des OSC viel eher im TV Tegernsee ausmachen, der fast immer das gleiche Ergebnis gegen uns erzielte wie die Werderaner: Nur verloren die Bayern 2003/04 nur 3,5-4,5 statt 2-6 und gewannen 2004/05 4,5-3,5 statt mit dem gleichen Ergebnis zu verlieren. Damit ist der TV Tegernsee die einzige aktuelle Bundesligaauswahl, die ein nach Mannschaftspunkten ausgeglichenes Ergebnis gegen den OSC Baden-Baden vorzuweisen hat: Respekt!
Philipp Schlosser
 
erstellt am 22.12.2007

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