Gipfeltreffen in der Frauenbundesliga

Erstellt am: 20.01.2017

Von Thomas Marschner

Die Spannung steigt: nur noch etwas mehr als 24 Stunden bis zum Spitzenspiel in der Frauenbundesliga zwischen Vizemeister Schwäbisch Hall und Meister Baden-Baden. Blicken wir fast genau ein Jahr zurück: im Dezember 2015 konnte Schwäbisch Hall sensationell den Favoriten aus Baden-Baden mit 3,5-2,5 schlagen, Irina Bulmaga sorgte gegen Ketino Kachiani-Garsinska für den Siegpunkt, hier der Bericht von vor einem Jahr. Am Ende der Saison stand mit nur 1,5 Brettpunkten Rückstand auf Baden-Baden die zweite Vizemeisterschaft in Folge.

Jetzt kommt es am kommenden Samstag, dem 21.01.2017 ab 14:00 wieder in den Stadtwerken Schwäbisch Hall zur Revanche, aber unter durchaus anderen Vorzeichen: im Vorjahr war Schwäbisch Hall mit einer hohen Niederlage gegen Rodewisch gestartet, diesmal gelang der Saisonauftakt: der Vorjahresdritte Hamburg wurde mit 3,5-2,5 geschlagen. Auch Baden-Baden gewann zweimal. Dafür war Baden-Baden letztes Jahr aufgrund vielfältiger Turnierverpflichtungen seiner Spielerinnen stark ersatzgeschwächt. Dieses Jahr dagegen sind keine Parallelveranstaltungen bekannt, bei denen Spielerinnen des Meisters im Einsatz sind. Zudem beginnt nur 2 Tage nach der Doppelrunde in Schwäbisch Hall das Open in Gibraltar, bei dem aufgrund der hohen Preisgelder gerade für Damen fast alle Topspielerinnen gemeldet sind, und da kann man die Bundesliga gut auf der Durchreise nach Gibraltar einschieben. Daher rechnen die Haller Verantwortlichen mit einer Baden-Badener Mannschaft, die fast in Bestbesetzung antreten wird.

Doch auch bei Schwäbisch Hall sind fast alle Spitzenspielerinnen verfügbar – wer wirklich antritt, wird natürlich wie immer möglichst lang geheim gehalten. Baden-Baden tritt möglicherweise mit gleich 4 Weltmeisterinnen an: Alexandra Kosteniuk, Antonaeta Stefanova und Mariya Muzychuck waren allesamt schon Weltmeisterin, Mariya Muzychuck verlor erst vor knapp einem Jahr den bei der letzten KO-WM gewonenen Titel an die Weltranglistenerste Hou Yifan aus China. Zudem holte sich Mariyas Schwester Anna Muzychuck Weihnachten in Katar sowohl den Titel im Schnellschach als auch im Blitzschach und unterstrich ihre aktuell herausragende Form.

Was hat Schwäbisch Hall dem entgegenzusetzen? Zunächst einmal großen Teamgeist, die Mannschaft spielt seit dem Bundesligaaufstieg praktisch unverändert zusammen. Aber die Haller Spitzenspielerinnen sind auch in guter Form: Nino Batsiashvili wurde Zweite beim letzten Grand Prix in Sibirien und holte sich ihre zweite GM-Norm, auch Ekaterina Atalik holte sich kürzlich bei einem Turnider in der Türkei eine GM-Norm. Deimante Daulyte spielt schon das ganze Jahr sehr erfolgreich, und Irina Bulmaga knackte nach einiger Zeit mal wieder die Elomarke von 2400, und das trotz Winterzeit – sie spielt lieber im Sommer, wenn es draußen warm ist.

Das Match kann vorentscheidenden Charakter im Kampf um die deutsche Meisterschaft haben, auch wenn auf beide Mannschaften noch starke Gegnerinnen warten: auch Rodewisch und Bad Königshofen gewannen ihre Auftaktspiele und wollen auch ein Wörtchen im Kampf um den Titel mitreden.

Nur Außenseiter ist Baden-Badens Reisepartner Karlsruhe, auch wenn die Karlsruherinnen ebenfalls mit 4-0 Punkten in die Saison starteten. Karlsruhe trifft am Samstag auf Deizisau und am Sonntag (9:00) auf Schwäbisch Hall, des weiteren spielt am Sonntag Baden-Baden gegen Deizisau.

Die Partien aus Schwäbisch Hall übertragen wir am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 9 Uhr live in unserem Liveportal



Über den Autor

Marc Lang

Marc Lang ist selbstständiger Programmierer aus dem schwäbisch-bayerischen Günzburg. Er ist bekannt für seine Blindschachveranstaltungen und hielt bis Dezember 2016 den Weltrekord im Blindsimultan gegen 46 Gegner, aufgestellt 2011 in Sontheim/Brenz. Wenn Sie Fehler auf dieser Webseite finden, stammen sie zu 90% von ihm.

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