Bayern-Schachspieler hoffen auf nächsten „Hoeneß-Effekt“

Erstellt am: 01.12.2016
Bayern-Spitzenspieler Michael Bezold trumpfte beim Weltklasse-Schnellschachturnier in München groß auf

Von Hartmut Metz

Andreas Schenk hofft bei den Schachspielern des FC Bayern auf den nächsten „Hoeneß-Effekt. Die Fußballer haben unter dem neuen Präsidenten gleich gewonnen“, bemerkt der Bundesliga-Crack der Münchner. Doch während die Kicker im deutschen Oberhaus immer Favorit sind, trifft für die Denkstrategen eher das Gegenteil zu.

Ähnlich verteilt sind die Karten am Wochenende in Mülheim. „Gegen Meister SG Solingen rechnen wir uns gar nichts aus“, gesteht Schenk vor dem ersten Zug am Sonntag (10 Uhr).

Er weiß sich dabei in Einklang mit seinem Kapitän: „Wir sind krasser Außenseiter, egal, in welcher Aufstellung die antreten“, meint Jörg Wengler. Der Bayern-Abteilungsleiter bezieht dies nicht nur auf den Tabellenzweiten aus der Klingenstadt (8:0 Punkte), sondern ebenso auf das erste Match am Samstag (14 Uhr) gegen die Hausherren. Der SV Mülheim Nord sammelte bisher 6:2 Zähler und schlug das Topteam Werder Bremen. Allerdings patzte der Tabellenvierte danach beim 2:6 gegen den Hamburger SK. Ein Funke Hoffnung glimmt deshalb in Schenk: „Gegen beide Münchner Mannschaften könnten sie ein wenig schwächer aufstellen. Falls Mülheim und Solingen Nachwuchskräften eine Chance geben, können wir vor allem an den hinteren Brettern womöglich Punkte holen.“

Eine „Überraschung“ ist nicht nur aus Schenks Sicht nötig. Kapitän Wengler fürchtet ebenso, „wir müssen irgendwann einmal eine Überraschung landen, um die Klasse zu halten“. Großmeister Michael Bezold sieht zwar durch die schwedischen Zugänge „eine positive Entwicklung im Verein“, aber Duelle wie jene gegen Mülheim und Solingen kämen doch zu früh für den FCB. Immerhin bewies der Spitzenspieler der Bayern zuletzt selbst, dass er durchaus gegen Topleute mithalten kann. Beim Krulich-Cup, einem Weltklasse-Schnellschachturnier in München am Wochenende, belegte Bezold den glänzenden vierten Platz.

Der Großmeister findet, seine Bayern seien als Tabellenelfter mit 3:5 Punkten gut „gestartet“. Geringere Chancen auf den Klassenerhalt gibt sich der Lokalrivale Münchener Schachakademie (MSA) Zugzwang, der als Tabellenvorletzter einen der vier Abstiegsplätze in der 16er-Liga einnimmt. Trotz der 1:7 Zähler sehen es die Akteure beim Aufsteiger betont locker. „Das Duell gegen den amtierenden Meister Solingen am Samstag ist etwas Besonderes“, sagt Markus Lammers. Den Kapitän von MSA Zugzwang verdrießt es daher nicht, dass am Sonntag ab 10 Uhr „die Trauben natürlich auch hoch hängen. Mülheim schätze ich kaum schwächer als Solingen ein. Unsere Motivation ist nach wie vor hoch“. Lammers will es daher zusammen mit seinen Zugzwang-Kameraden den beiden Favoriten „so schwer wie möglich machen“.



Über den Autor

Marc Lang

Marc Lang ist selbstständiger Programmierer aus dem schwäbisch-bayerischen Günzburg. Er ist bekannt für seine Blindschachveranstaltungen und hielt bis Dezember 2016 den Weltrekord im Blindsimultan gegen 46 Gegner, aufgestellt 2011 in Sontheim/Brenz. Wenn Sie Fehler auf dieser Webseite finden, stammen sie zu 90% von ihm.

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